A Travellerspoint blog

noch mehr havanna :)

bin soeben wieder in meinem heimat-hotel in varadero angekommen. eigentlich war es ja mehr ein kurzes intermezzo in havanna und umgebung, aber die tage dort kommen mir wie anderthalb wochen vor, mir scheint als habe ich waehrend der gesamten ferien bisher nichts anderes gemacht, als durch die gassen von havannas altstadt zu streifen...insgesamt hab ich die tage in havanna sehr konsequent genutzt, und im wachen zustand glaube ich insgesamt keine 2,3 stunden in meinem zimmer verbracht. meine tage bestanden eigentlich aus ausgedehnten streifzuegen, fotografieren, und mich treiben lassen durch die strassen.zwischendurch hatte ich einen ziemlichen tiefpunkt erreicht, denn die batterien meiner kamera (ganz simple normale AA-batterien will ich da kurz hinzufuegen) waren leer, und auf meiner pirsch durch insgesamt 8 (!!!!!!!!!!) verschiedene fotolaeden und sonstigen groesseren geschaeften quer durch havanna habe ich auf einmal das mit der mangelwirtschaft etwas besser verstanden: "ja, man weiss nie - mal gibt es ganz viel, und mal gibt es ganz wenig!" - so die schulterzuckende erlaeuterung meines gastvaters dazu. nach einem gesamten nachmittag und einem unruhigen vormittag auf der suche bin ich dann am ende aber doch noch fuendig geworden, und konnte mich im anschluss auch foto-maessig wieder auf den weg machen. diese stadt ist so traumhaft schoen, mit einer fast unwirklich anmutenden kulisse aus glaenzenden oldtimern, verschieden stark verfallenen kolonialbauten und dem verblichenen glanz einer praechtigen alten stadt. es ist schwer, die schoenheit der stadt und ihrer bewohner, der strassen und vor allem der vielen kleinen dinge die es zu beobachten und zu entdecken gibt, in bilder oder in worte zu fassen. vor allem am spaeten nachmittag ist das licht so schoen, und da das hafenbecken auch in laufweite vom alten stadtkern ist, spuert man oft eine laue meeresbrise und den geruch von der see. ich hab mich insgesamt all die tage einfach treiben lassen, und nur wenigen monumenten und plaetzen bewusst nachgejagt - am faszinierendsten, schoensten und ergreifendsten waren fuer mich dabei besonders die kleinen szenen; heute morgen sassen zwei runzlige opas in einem hauseingang in meiner strasse auf den stufen und kicherten zusammen. man konnte genau sehen, dass sie schon seit jahrzehnten bekannt und befreundet sein muessen. schliesslich griff der eine der beiden zu seiner klarinette und spielte leise etwas, und der andere opa hat vertraeumt die augen geschlossen und geschmunzelt. das gute ist, dass ich hier ueberhaupt nich als touri auffalle, alle denken ausnahmslos, ich sei kubanerin (bis ich den mund aufmache! :-)) - so kann ich gut unbemerkt in der naehe von leuten stehen bleiben und sie beobachten, ohne dass sie auf mich aufmerksam werden und dadurch abgelenkt waeren. ich bedauere wirklich,dass ich kein teleobjektiv habe - diese strassen sind fuer portrait- und detailaufnahmen einfach wie gemacht!
nach meinem letzten eintrag am dienstag abend bin ich noch ein weilchen weitergeschlendert, und hab mich ein weilchen vor eine kathedrale auf eine marmorbank gesetzt. an der naechsten ecke im restaurant spielte eine kombo alter kubaner sehnsuechtige lieder, passend zum sonnenuntergang, und ein paar leute blieben spontan stehen und tanzten (ja!) auf dem buergersteig sehr langsam und anmutig zu der musik. als die musik zu ende war, bin ich grob in richtung "zuhause" aufgebrochen, entlang des prachtboulevards Prado, am Capitolio vorbei, eine exakte und nur etwas kleinere nachbildung des white house in washington. nach ein paar weiteren kurven bin ich dann irgendwie in eine etwas zwielichtige ecke geraten, so dass ich trozt einiger wahnsinns-einblicke in offene wohnzimmertueren, treppenhaeuser und hinterhoefe meine kamera doch lieber in der tasche gelassen hab. dann, nur ein paar strassenzuege weiter, ein kleines charmantes restaurant aus dem schon von weitem wieder live musik zu hoeren war. als die netten kellner, die vor der tuer den lauen abend genossen, mir dann auch noch bestaetigten, dass man hier das typische gegrillte schweinefleisch bekommen kann, hab ich mir schnell einen schoenen platz am fenster gesucht, und zu frischgepresstem mango-milchshake die traumhafte musik der hausband genossen. am ende des abends hatte ich nicht nur koestliche kreolische kueche genossen, sondern mich auch mit den (opa-) musikern angefreundet, die sich zum quasseln (mit haenden und fuessen, in einem sprach-mischmasch) zu mir gesetzt hatten, und durfte mir am ende des abends noch ein paar traurige boleros aussuchen, zu dem einer der opis mich zum tanz aufforderte. leider ging das aber nicht, denn den anderen band-opis fiel daraufhin ein, dass in dem naechsten lied doch auf jeden fall ganz dringend eine trompete vorkommen muss, und der tanz daher ausfallen soll :-))

am naechsten tag dann frueh los, quer durch die stadt, bin durch einen zufall in einem verfallenen ehemals chinesischen viertel gelandet, von dem ich garnicht wusste, dass es existiert, und wo ich einige ehemals herrschaftliche hotels gesehen habe, die nun nur noch ruinen sind - aber man kann sich den glanz vergangener tage gut vorstellen! am nachmittag habe ich das capitolio besichtigt, oben genanntes monument, in dem die weltweit drittgroesste statue (in einem raum) steht, eine 13 meter hohe bronze-statue einer frau, die ich faszinierend fand und auf die ich im vorhinein schon sehr gespannt war. zu ihren fuessen ist ein grosser diamant in den boden eingelassen, und das ist der nullpunkt, von dem aus in kuba alle entfernungen gemessen werden! :-)
pause mit lokalem malzbier in einer bar mit zwei FURCHTBAREN britinnen im bierduseligen flirt-modus mit der schon am hellichten tag nicht minder bierduseligen hausband. nach einem mittagessen mit angenehmer kubanischer musikeinlage gabs dann zum dessert haarstraeubende darbietungen einer der beiden ladies, die sich fuer ein (noch!) verkanntes operetten-talent hielt. einfach zum weinen, zum niederknien und um-gnade-bitten, aber die alte war einfach komplett schmerzfrei und traellerte munter weiter, immer schoen konsequent off-key. oh mann. die leude.

im anschluss nachmittags dann ein ausflug in die 'casa de la musica', ein kleines aber super sortiertes geschaeft, in dem es ausschliesslich lokal produzierte musik gibt. der verkaeufer war sehr nett und konnte genau so viel englisch wie ich spanisch, aber musik war ein sehr starker gemeinsamer nenner, und so haben wir knapp 2 stunden lang zusammen ueber die verschiedenen musikrichtungen und -stile kubas geplaudert und stapelweise cds durchgehoert. wunderbar! :)
zum abschluss am spaeten nachmittag dann eine stadtrundfahrt mit dem open-air doppeldeckerbus, bei der ich Juan, einen sehr netten ecuadorianer kennengelernt habe, der auch alleine reist. wir haben die meiste zeit franzoesich gesprochen, weil das dem spanischen naeher und fuer ihn daher einfacher war, ausserdem hat er mal ein austausch-jahr in belgien gemacht. das programm hat er dann aber abgebrochen und sein studium pausiert, um stattdessen lieber durch europa zu reisen. so smart! :-)
am abend haben wir uns am malecon wiedergetroffen, der hafenpromenade am kai, wo sich am abend hunderte paerchen und cliquen zum flanieren, plaudern, musizieren und knutschen treffen und wo man prima am wasser abhaengen kann. zum abendessen bin ich ins "jazz cafe" eingekehrt, ein bar/restaurant in der oberen etage einer galerie mit geschaeften und einer art gekachelten autospur, die sich im inneren des gebaeudes um das treppenhaus und die geschaefte nach oben schlaengelt. von den gut 13 kellnern in dem laden sprach genau ein halber gebrochen englisch, und ich war froh maite's mini-dictionary mitgenommen zu haben, auch wenn ich damit wie ein depp ueber der karte hing und die kellner sich etwas ueber mich bekichert haben :)) die band war der HAMMER, 8-koepfig samt saxophon und einem blasinstrument was ich noch nie gesehen hatte, einem gast-trommler aus china, und spielte einen mix aus son, salsa, jazz und african drumming. die leute haben getobt, und im nachhinein erzaehlte man mir, dass dies ein lokal sei, in dem die hiesige schickeria aus tv und film einkehrt abends :) nice.
nach dem essen hab ich mir einen mojito gegoennt, der in einem vertrauenerweckend kleinen glaeschen daherkam, mich dann aber ganz easy in einem schuss aus den socken gepfiffen hat. so hab ich dann am ende auch doch meinem impuls nachgegeben, und neben ein paar aelteren leuten zwischen den tischen getanzt :) aufgefordert wurde ich von einem drummer, der wohl in den 70ern mal gueldene zeiten in amerika hatte, und diesen sommer auch beim jazzfestival in tuebingen auftreten wird. leider hab ich seinen namen vergessen - dafier erinnere ich mich sehr lebhaft an seine trotz fortgeschrittenen alters ausgesprochen tanzmoves und seine gruendlich feuchte aussprache.

soviel heute. morgen mehr. :)

sonne, liebe, kuesse und so. von mir fuer euch, aus kuba!

  • J

Posted by mefia 15:49 Archived in Cuba

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