So far away... Jumana goes to... tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana 2009-05-23T21:01:47Z mefia img/travel-blog-feed.png Schlingensief und die anderen tag:travellerspoint.com,2009-05-21:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=41&entryid=161943 2009-05-23T21:01:47Z 2009-05-22T10:03:45Z What a day, what a day.. Nach herrlichem Farniente am Haus in der bruetenden Hitze des Tages erwachten mit (zwar wenig, aber immerhin) sinkender Aussentemperatur und Sonneneinstrahlung gegen Abend die mueden Geister wieder zu neuem Leben. Schon vorgestern war Irène als Repraesentatin der hiesigen Kunstszene im allgemeinen, und als wesentliche Vertreterin der hiesigen Tanzszene im Besonderen zu einer "conférence mit einem deutschen Kuenstler" (dessen namen sie nicht aussprechen konnte, als sie mir davon erzaehlen wollte :) im Goethe-Institut eingeladen ... What a day, what a day..
Nach herrlichem Farniente am Haus in der bruetenden Hitze des Tages erwachten mit (zwar wenig, aber immerhin) sinkender Aussentemperatur und Sonneneinstrahlung gegen Abend die mueden Geister wieder zu neuem Leben.
Schon vorgestern war Irène als Repraesentatin der hiesigen Kunstszene im allgemeinen, und als wesentliche Vertreterin der hiesigen Tanzszene im Besonderen zu einer "conférence mit einem deutschen Kuenstler" (dessen namen sie nicht aussprechen konnte, als sie mir davon erzaehlen wollte :) im Goethe-Institut eingeladen gewesen. In Nachbearbeitung des treffens sollte nun eine weitere conférence im Sinne einer Abendveranstaltung mit Filmauffueherung etc. stattfinden. Gespannt liess ich mich gerne von ihr dahin mitnehmen und freute mich unspezifisch in den Abend hinein. Erst auf der Hinfahrt stellte sich dann heraus, dass es sich bei dem von ihr in wunderbarem Kauderwelsch falsch ausgesprochenen Kuenstler um Christoph Schlingensief handelte, der mit seinem Team derzeit in Burkina Faso ist, um hier sein "Festspielhaus Afrika"-Projekt vorzustellen.

Unpraetentiös und irgendwie voellig passend fand die Veranstaltung in einem alten und/oder etwas verschlissenen Hoersaal statt. Neben dem Kuenstler und seinem Team, der deutschen Botschafterin und den Vertretern des Goethe-Institutes waren vor allem lokale Kuenstler und viele Studenten gekommen. Trotz der Waerme im Saal war die Stimmung von anfang an angeregt und offen, und gespannt wartete man auf den Beginn des Abends. Das Ganze lief angenehm erdnah und chaotisch ab, und zunaechst wurde von der "Brecht-gruppe" (einer gruppe von Studenten der deutschen Sprache aus dem Goethe-Institut) eine schauspielerische Vorstellung ueber die Zerrissenheit eines Mannes zwischen seiner treuen Ehefrau, seiner raffgierigen Geliebten und seinem hartherzigen Chef dargeboten, liebevoll selbst geschrieben und arrangiert von einem der aelteren Schueler, und komplett in deutscher Sprache mit herzergreifendem franzoesisch-burkinabéschem Akzent gehalten.
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Nach der Pflichtansprache des Institutsdirektors hatte dann endlich der Kuenstler selbst das Wort, und Bild und Ausdruck und Irrlichter auf Film, und einen irgendwie panisch-ueberforderten aber doch tapferen Uebersetzer an seiner seite. Insgesamt ging es um einen Ueberblick ueber seine Arbeit, von ihren Anfaengen ueber grosse laute provokative Projekte und Platz und Bedeutung feiner Details in grossen Werken (wie z.B. die stille Taenzerin, die sich auf dem zeitgerafft verwesenden Hasen fast unmerklich materialisiert, bis sie schliesslich die Szene nahezu dominiert mit ihrem neuen Leben, das aus dem Vergehenden entstanden ist, bis sich alles in Licht aufloest), bis schliesslich zu seinem aktuellen Projekt des afrikanischen Opernhauses, dass ja den Anlass fuer den Besuch hier darstellt. Untermalt wurden die Ausfuehrungen Christoph Schlingensiefs immer wieder von Kostproben seiner Arbeit, kroenend in einem mehrminuetigen Ausschnitt aus der Oper "Eine Kirche der angst vor dem fremden in mir", ein bedrueckendes, ergreifendes, verstoerendes, anmutiges, friedbringendes, wuestes Werk, dass wohl nicht nur mich fasziniert und atemlos auf dem sitz zurueckliess.
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Wie kann man einen solchen Abend beschreiben..? Aufwuehlend, ergreifend, intensiv. Ja, sicherlich. Insbesondere die fast wuetende Warnung an die anwesenden, doch ja grossteils von Deutschland traeumenden Studenten, Deutschland nicht fuer "so toll" zu halten angesichts von heimlichen Abschiebungen und rassistischen Fehlentscheidungen bei den Wagner-Festspielen, und der Appell, Spuren zu hinterlassen, zu lernen und etwas zu bewegen, stiess im Publikum (ausser vielleicht bei der dann zunehmend verspannten deutschen Botschafterin :) auf grossen Anklang. Ein spannender, aussergewoehnlicher Mensch fand ich. Umso ueberraschender, dass er im persoenlichen Kontakt einfach so richtig *nett* ist. Es kommt mir fast profan vor das so zu schreiben, aber genau so ist es. Erdig-warm und offen war das ganze Team in den anschliessenden Gespraechen.
Das Schlingensief'sche Team wird von einer Fernsehcrew der ARD begleitet, die eine Dokumentation ueber die Sondierungsreise nach dem geeigneten Ort fuer das afrikanische Festspielhaus dreht. Nach Abschluss der Veranstaltung sollte dann noch ein kurzes Interview mit Irène gefuhert werden, wofuer ich als Uebersetzerin einspringen sollte. Unverhofft fand auch ich mich jedoch ploetzlich mit ebenso anregenden wie schwierigen Fragen der Journalistin konfrontiert, und hoerte mich im Wechsel mit Irène in die Kamera sprechen. Ein unverhofft spannender und interessanter Abend, zu dessen Abschluss wir Christoph und seine Freundin ins Hotel zurueckbrachten um dann anschliessend bei einem kuehlen Brakina in einer kleinen, windschiefen Kneipe am Strassenrand den Abend angemessen schraeg ausklingen zu lassen :)
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public health tag:travellerspoint.com,2009-05-20:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=40&entryid=161771 2009-05-20T18:12:18Z 2009-05-20T16:35:40Z Es ist ein bisschen wie in der Jugendherberge hier.. :) Wie ueblich bei meiner tante sind immer ganz viele leute im haus, und im erdgeschoss befinden sich neben meinem noch weitere 3 zimmer, in denen neben meinem cousin tam-sir noch mein cousin "bébé", sowie die cousinen naima, madina und josie wohnen. Sie alle sind in etwa in meinem Alter, den ganzen tag stehen alle unsere tueren offen, und oft liegen wir abends zu mehreren in einem der zimmer auf dem ... Es ist ein bisschen wie in der Jugendherberge hier.. :) Wie ueblich bei meiner tante sind immer ganz viele leute im haus, und im erdgeschoss befinden sich neben meinem noch weitere 3 zimmer, in denen neben meinem cousin tam-sir noch mein cousin "bébé", sowie die cousinen naima, madina und josie wohnen. Sie alle sind in etwa in meinem Alter, den ganzen tag stehen alle unsere tueren offen, und oft liegen wir abends zu mehreren in einem der zimmer auf dem bett und quatschen, toben, hoeren musik.
Vorgestern stand morgens wieder eine Tanzprobe im "Centre des Jeunes" auf dem Programm, und wieder gefielen mir die (zu diesem zeitpunkt im proberhythmus noch nicht immer ganz synchronen) Bewegungsablaeufe des équipes unheimlich gut. In meinem jugendlichen Leichtsinn und zur grossen Belustigung der richtigen Taenzer habe ich auch mal versucht ein bisschen mitzumachen - musste aber dann recht schnell feststellen, dass mein anfaenglicher Enthusiasmus angesichts einer Raumtemperatur jenseits der 40° C nun doch eher unangebracht war.. Uh, la chaleur.
Von der Probe aus hatte ich ein rendezvous mit dem schneider meiner tante vereinbart, und so fuhren wir mit dem chauffeur zum markt, um stoffe fuer neue kleider zu suchen. Gesucht, gefunden, und gefunden, und gefunden - konnte mich angesichts der wirklich traumhaften stoffe erst bremsen, als der schneider schon laengst nervoes mit den hufen scharrte und mich an meine doch nicht mehr *ganz* so ferne abreise erinnerte.
Der restliche Tag ging mit Familienbesuchen und spaeterem gemeinschaftlichen Lungern am und im haus recht schnell zu Ende.

Gestern hatte mein onkel fuer mich ueberraschend ein fruehes treffen mit einer befreundeten Gyn-Professorin vereinbart, und da Josie sie als ihre behandelnde aerztin kennt, wollte sie mich persoenlich zu ihr ins Hôpital central bringen. Also was vernuenftiges angezogen, und durch staub und hitze auf josie's klapperndem moto zum krankenhaus.. Zunaechst gestaltete sich die Suche nach Frau Prof. Thiéba aber schwieriger als erwartet, und die dienstbaren Geister des Krankenhauses in den diversen Tarnfarben ihrer jeweiligen Berufsgruppe schickten uns von Pontius zu Pilatus, um die Professorin zu finden. Schliesslich erfuhren wir von einem unwirschen aber muerrischen OP-Pfleger, dass sich die gesuchte Aerztin fuer unbestimmte Zeit im OP befinde, und er uns ans Herz lege, uns zu trollen. Um den Ausflug aber dennoch wenigstens lohnend zu machen, begaben wir uns zum trost auf einen ausgiebigen rundgang ueber das klinikumsgelaende.
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Der compound des krankenhauses ist sehr weitlaeufig, und es gibt neben den diversen fachgebieten und kliniken 2 kirchen und eine moschee, sowie ein krematorium und eine blutbank auf dem anwesen. Insgesamt befinden sich die gebaeude aber in einem doch eher fragwuerdigen zustand.
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Kaum waren wir nach unserem gut einstuendigen spaziergang in der mittagshitze schweissgebadet und erledigt wieder zuhause angekommen, rief Prof. Thiéba zurueck um mitzuteilen dass sie nun aus dem OP heraus und fuer die verabredung bereit sei. Also aller-retour in frischer klamotte, wieder auf das moto und schnell zurueck zum krankenhaus. dort erwischten wir die ueberraschend junge, hellwache und autoritaere Frau Professor gerade am ende ihrer consultations, ihrer Sprechstunde. Nach einer herzlichen Begruessung mit den besten Wuenschen an meinen onkel teilte sie uns mit dass sie sich auf dem Sprung befinde fuer ihre abreise nach Angola zu einem Kongress, und verwies uns an einen ihrer Kollegen, der uns bereitwillig das département der "materinté", der frauenklinik, zeigte. Die innere Struktur und Organisation insbesondere des OP- und Kreissaalbereichs aehneln der in der Unifrauenklinik in Accra. Im Vergleich zu ghana ist aber die Abteilung in einem zum teil atemberaubend katastrophalen Zustand, es mangelt wirklich an ALLEM und beim Durchlaufen der einzelnen Raeumlichkeiten schien es oft, als sei nicht mal ein Mindestmass an Hygiene zu gewaehrleisten unter den vorherrschenden Umstaenden. Feundlicherweise durfte ich mir als Ehrengast eine OP aussuchen, der ich beiwohnen wollte und entschied mich fuer eine gerade beginnende abdominale Hysterektomie.
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Das OP-Team bestand aus einem hiesigen und einem ghanaischen chirurgen, sowie einem weiteren Gastarzt aus Algerien. Insgesamt war man aufgeregt-erfreut ueber den unerwarteten Besuch und der Austausch war gleich freundlich und rege. Zum abschluss des insgesamt mehrstuendigen Rundgangs gab es eine Begehung der bettenstationen mit ihren zimmern verschiedener "kategorien", entsprechend der finanziellen mittel der patientin. insgesamt gibt es 4 zimmerkategorien, die hoechste ist ein 1- bis 2-bett-zimmer und kostet 4.000 francs CFA (umgerechnet ca. 6 €) pro Tag. Im gegensatz zu den public hospitals in Ghana wird hier das Essen zentral zubereitet und fuer die Patienten auf grossen Rollwagen direkt auf die Stationen gebracht. dort helfen schwestern und verwandte dann dabei, das essen fuer die patienten in deren mitgebrachte Schuesseln zu portionieren. Die versorgung mit medikamenten, infusionen und verbandmaterial ist allerdings genau so geregelt wie in ghana: der Arzt stellt ein rezept ueber die benoetigten medikamente aus, und die familie des angehoerigen besorgt diese in der hauseigenen apotheke. Falls ein patient keine familie hat oder die familie keine mittel... "Voilà..là, c'est compliqué..." sagt Dr. Maoudi kopfschuettelnd und setzt den rundgang fort. Obwohl ich public hospitals in tropischer Region gewoehnt bin und die oft improvisierten Umstaende kenne, war dieses Krankenhaus mit seiner ganz eigenen Realitaet doch nachhaltig beeindruckend muss ich sagen.
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Abends waren alle Jugendlichen des Hauses dann bei Tante Tiziana zum Essen eingeladen. Leichtsinnig hatte ich zugesagt und mich frohen Mutes fuer den abend vorbereitet, als klar wurde dass wir alle auf motos durch die stadt fahren wuerden.. Uargh. So ganz geheuer ist mir das ja nach wie vor nicht. Klar, fahrtwind, freiheit, jugend und so - aber selbst abends ist die luft noch so heiss und staubig, die strassen sind unuebersichtlich voll und dann ging es auch noch quer durch ein gesamtes quartier, in dem der strom (also auch die strassenbeleuchtung) ausgefallen war. Als wir nach einer halben stunde endlich bei tiziana ankamen, war ich bereits fix und fertig :) Die in ihrem ebenerdigen haus ueber den tag aufgestaute hitze und die durcheinander tobenden kinder, katzen, hunde, verwandten gaben mir dann gaenzlich den rest. So reichten lust und energie fuer den von Irène geplanten naechtlichen Absacker in einer bar in der naehe mit taenzernund musikern, die ich kennenlernen sollte, am ende einfach nicht mehr aus.

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dance + music tag:travellerspoint.com,2009-05-19:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=39&entryid=161679 2009-05-19T22:32:25Z 2009-05-19T22:32:25Z loving the movement.. [video provider=fliqz videoid=0c66bd5871814db198d73464e1f25b51] ... loving the movement..

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"Le gaucher d'Abidjan" tag:travellerspoint.com,2009-05-18:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=38&entryid=161602 2009-05-19T17:14:23Z 2009-05-19T15:54:47Z Im Wesentlichen bestand der Sonntag aus Kinderscharen und sonstigem Familienbesuch, die sich bis in den Nachmittag hinein am und im Haus tummelten - und eben aus dem Verwalten, Fuettern und Bespassen derselben. Den ganzen Vormittag ueber wurde hinter dem haus gekocht und gestampft und viel geplaudert, um dann mittags das Zubereitete gemeinsam mit allen aus einer grossen Schuessel zu essen. Dazu wurde extra eine Art fester grobgeflochtener Gebetsteppich auf der Veranda ausgerollt, und die ge ... Im Wesentlichen bestand der Sonntag aus Kinderscharen und sonstigem Familienbesuch, die sich bis in den Nachmittag hinein am und im Haus tummelten - und eben aus dem Verwalten, Fuettern und Bespassen derselben. Den ganzen Vormittag ueber wurde hinter dem haus gekocht und gestampft und viel geplaudert, um dann mittags das Zubereitete gemeinsam mit allen aus einer grossen Schuessel zu essen.
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Dazu wurde extra eine Art fester grobgeflochtener Gebetsteppich auf der Veranda ausgerollt, und die gesamte Bagage platzierte sich um die aufgetragenen Speisen. Meine zunaechst noch optimistischen Versuche, nach dem essen ein Weilchen in ruhe und frieden in der mittagssonne zu doesen scheiterten klaeglich an meiner bezaubernd suessen, aber dann doch auch einfach ungeheuer quasselfreudigen kleinen Cousine Zalissa. Nachdem sie sich nach laengerem Gestrampel und Gezappel auf der Liege neben mir dann doch lieber fuer MEINE Liege entschieden hatte, war es ihr dann trotz meines bereitwilligen Umzugs auf den ihr angedachten Platz doch schlicht und ergreifend zu lahm mit mir, so dass die den gesamten restlichen Mittag damit verbrachte saemtliche ihrer eigenen Bewegungen und Handlungen lautstark zu moderieren. Irgendwann habe ich ihr weichgekocht das Feld ueberlassen und mich zu den (tagsueber) erfreulich friedlichen und vor allem schweigsamen (!) Hunden in den schatten getrollt.
Abends durften die Maedels des Hauses dann mit Irènes grossem Benz zum Kino fahren und ich - als einzige der Rappelbande MIT fueherschein - durfte fahren. Speziell daran war, dass meine cousinen bis zum Kinoparkplatz nicht verstanden haben, dass ich das Strassennetz von Ouagadougou nicht wie sie seit meiner Kindheit kenne und die Fragen nach der richtung und dem Weg auch wirklich wirklich ernst meine. So waren sie dann an jeder Ecke und an jeder Ampel aufs neue ueberrascht und verwundert, wenn ich wissen wollte, wie und vor allem WOHIN es weitergeht. "Aber du HAST doch einen Fuehrerschein, oder nicht?!" - "Aehm, ja klar." - "Ja, aber wieso fragst du dann?"
..denn sie wissen nicht, was sie tun.

Das kino nennt sich ganz einfach "ciné burkina" und ist wirklich gut ausgestattet, bis hin zum popcorn und den obligatorischen platzanweisern mit taschenlampe und seltsamem Kostuem. Ich hatte mich einfach mal spontan mitschleifen lassen ohne die genauen Plaene der Maedels zu kennen und war so irgendwo halfway zwischen ueberrascht und entgeistert als klar wurde, welchen Film sie ausgewaehlt hatten: "Le gaucher d'Abidjan", eine zauberhafte Produktion ueber einen bäuerlichen *Deppen*, der sich auf den Weg macht in die grosse Stadt um dort seine erfolgreiche Schwester zu besuchen. Natuerlich faellt er unterwegs ueber alle zur Verfuegung stehenden Stoecke und Steine und verknallt sich dann vor Ort zu allem Uberfluss in die zauberhaft-klumpige massivst fettleibige beste Freundin seiner Schwester. Nachdem sie ihn ueber Wochen muehselig in den Gebrauch von Messer und Gabel und auch sonst in die High Society von Abidjan eingefuehrt hat, muss sie dann am Ende vor dem Traualtar feststellen, dass der Dorfbursche in seiner Heimat bereits verheiratet ist - natuerlich mit einer Kleinwuechsigen mit alberner Stimme, die ebenso spontan wie lauthals kreischend bei der Hochzeitszeremonie auftaucht. Ein Träumchen, dieser Film, aber das Kino ist bis auf den letzten Platz besetzt und die Menge ist hellauf begeistert. Und angesichts der ruehrenden aufgeregten Zwischenrufe und des immer wieder aufbrausenden Szenenapplaus kann man sich dem ganzen Spektakel dann doch irgendwie nicht so recht entziehen.. :)
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Jetzt ist es nacht, und die Hunde nerven mit ihrem Gejaule die letzten toten Geister aus dem Bett. Nachts ist es kaum weniger heiss als tagsueber, aber die Stimmung ist eine ganz andere, wenn das Haus so ruhig und leise wird.

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Tag und Nacht im Wakatti tag:travellerspoint.com,2009-05-17:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=37&entryid=161460 2009-05-18T20:56:38Z 2009-05-17T23:23:34Z Die Tage sind ebenso voll wie sie heiss sind. Gestern morgen fuhren wir im konvoi zu Irènes Tanzschule, die sich derzeit im Stadium des innenausbaus befindet. Insgesamt gibt es zwei grosse Tanzstudios und eine riesige, hohe Halle (in etwa die masse einer basketball-halle), die noch mit sitzreihen und einer buehne bestueckt und so spaeter als Salle de Spectacle dienen wird. Daneben gibt es eine Reihe von Bueroraeumen und ein Musikstudio mit Aufnahmekabine und allem, was das herz begehrt. In den ... Die Tage sind ebenso voll wie sie heiss sind.
Gestern morgen fuhren wir im konvoi zu Irènes Tanzschule, die sich derzeit im Stadium des innenausbaus befindet. Insgesamt gibt es zwei grosse Tanzstudios und eine riesige, hohe Halle (in etwa die masse einer basketball-halle), die noch mit sitzreihen und einer buehne bestueckt und so spaeter als Salle de Spectacle dienen wird. Daneben gibt es eine Reihe von Bueroraeumen und ein Musikstudio mit Aufnahmekabine und allem, was das herz begehrt. In den Bueroraeumen sind bisher noch keine moebel, so dass hier in der zwischenzeit die riesigen, meist mehrteiligen kunstwerke platz finden, die Irène fuer die dekoration der Tanzstudios gekauft hat.
Mit all den taenzern, choreografen, musikern und freunden die gekommen sind, hatte das ganze bald etwas von einer vernissag oder einem vergleichbaren Sozialevent, und muendete anschliessend in einem Grillfest im Garten des "Wakatti". Und auf der weiten Flaeche unter den Baeumen dann: Viele kinder, angenehme musik einer gruppe Djembe- und Xylophon-Spieler, kuehles Bier, saemtliche verfuegbare Tanten, Cousins und Schwipp-Schwager, die Ouaga zu bieten hat. Und schliesslich auch Onkel Naaba, Irènes aeltester Bruder, der ein grosser Ehren- und Wuerdentraeger ist, und man muss vor ihm sogar knien oder einen Knicks machen und alles wird fuer ihn herbeigedienert :) Einfach toll, diese imposante Statur.
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Die Hitze des Nachmittags ist im Schatten der hohen Baeume gut zu ertragen, und es ist leicht, unter den festgaesten immer wieder anregende Gespraechspartner zu finden. Irgendwann ist dann endlich auch der Grill heissgelaufen, und es gibt koestliche Spiesse fuer alle. Ebenso fragwuerdig wwie gewoehnungsbeduerftig aber die "Beilagen": Da gibt es einen Topf mit gruenem Inhalt, bei dem es sich auf vorsichtiges Nachfragen um eingekochte "Feuilles", also Blaetter, handelt. Das Ganze hat einen beunruhigend strengen Geruch, und ist von breiig-schleimiger Konsistenz. Gleiches Blattwerk gibt es daneben nochmal in geduensteter Form, und es erinnert mich irgendwie stark an Mangold (den ich nicht ausstehen kann, Anm.d.Red.!). In einem anderen Topf befinden sich kleine feste Kloesse undefinierbaren Ursprungs, zusammen mit grossen gelblichen Bohnen, die die Basis fuer die oben genannten Knoedel am Topfboden bilden. Daneben ein grosser Bottich mit dunkelroter Suppe, in der undefinierbares Fleisch mit starkem Eigengeruch schwimmt. Danke, nein. Heute nicht.
Ich kann *gerade noch* den Deckel schliessen, da hat mir eine der dicken Tanten auch schon den Teller aus der Hand gerissen um mir die oben genannten Fragwuerdigkeiten aufzuschaufeln. An eine "Probierportion" ist selbstverstaendlich nicht mehr zu denken.
Das Blaetterpueree schmeckt wie es riecht und ist nicht zuletzt aufgrund seiner absolut verbotenen Konsistenz fuer mich voellig ungeniessbar. die kleinen Knoedel sind erstaunlich trocken, und zerfallen im Mund in ueberraschen geschmackfreie Hirse-artige Koernchen. Sie schmecken wie grobkoerniger Sand, und daran aendert auch der von der Tante sorgsam aufgetuermte Salzhaufen auf dem Tellerrand nichts.
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Unter den strengen Blicken der Tante, die grossbusig-herrschaftlich ueber die Toepfe wacht, zwinge ich mir mit angehaltenem Atem einen halben Teller (!!) der aufgetuermten Koestlichkeiten herunter. and, adding insult to injury: Zu jedem Bissen fallen der Tante gefuehlte 3-4 Tanten oder Onkel ein, deren ausgesuchte Lieblingsspeise all dies sei. Unmoeglich also, die ein oder andere Gabel unauffaellig zu entsorgen, bis Tam-Sir mich endlich rettet.
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Den restlichen Nachmittag ueber halte ich von den angebotenen Snacks sicherheitshalber etwas Abstand, tanze mit den Tanten, tobe mit den Kindern und mache Fotos mit Irènes toller neuer Kamera.
Irgendwann macht sich dann zunehmende Schlaffheit und Muedigkeit breit, und so ueberlassen wir die Hartgesottenen ihrem Schicksal und roehren in Jean-Bap'sUralt-Ente stilecht durch die Stadt nach Hause. Pennen, Chillen, Pause - und dann ist es ploetzlich dunkel und Zeit, sich fuer den Abend umzuziehen: "Nuit Salsa" im "Wakatti", und alle sind sie da. Selbst der ehrenwerte Naaba, selbst erklaerter Salsa-Fan, hat sein traditionelles Gewand gegen ein Weltliches getauscht und sitzt pudelwohl und hochzufrieden am Ehrentisch nahe der Buehne.
Was die Band nach umfassendstem Soundcheck spielt, ist erst auf den zweiten Blick als Salsa zu erkennen, und laesst sich wohl eher als gut gemeinter (und durchaus gut gelungener) Remix aus lokaler Highlife-Musik und der initial angedachten suedamerikanischen Variante beschreiben. Nichtsdestotrotz ein sehr gelungener Abend, der schliesslich im mitreissenden Auftritt der bereits erwaehnten kongolesischen Trommler-Formation seine Kroenung findet. (Wen's interessiert: aus dieser Gruppe haben die Jungs sich abgespalten, um ein eigenes sehr aehnliches aber kleineres Projekt zu starten: http://www.myspace.com/lestamboursdebrazza)
Die Trommler sind allesamt sehr nett und kommen aus Brazzaville. Sie wirbeln perfekt abgestimmt ueber die Buehne, und bald schon kann sich Niemand mehr auf den Stuehlen halten. Im finalen Teil der Show werde ich dann zu meiner grossen Begeisterung auf die Buehne gezogen, um mich einfach mal eine Runde zum Horst zu machen. Zum Glueck leuchten mir Schrittfolge und Bewegungsmuster der kongolesischen Stammestaenze, an denen ich teilnehmen soll, aber doch recht schnell ein und es macht sogar richtig Spass. Die Tanten kreischen, Naaba klatscht und als mir schliesslich eine der dicken grossen Trommeln umgeschnallt wird, ist es dann einfach auch schon egal :))
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Zur Abkuehlung gibt es "Flag" vom Fass, und schliesslich taucht auch endlich Tam-Sir auf, der drei pubertierende Freunde im Schlepptau hat und mir die lokale Clubszene zeigen will. Da die Kleinen alle auf Motos unterwegs sind und mir das nicht so ganz geheuer ist, fahre ich bei Saenger Bill und Hugues, einem franzoesischen Tontechniker, der Salias Spectacle betreut, im Auto mit.
Als erstes machen wir an einer einschlaegigen Ausgehmeile Halt, wo wir in ein wirklich *grauenhaftes* Lokal einkehren - eine Art Ballermann-esquer Indoor-Biergarten mit Tanzpodest in der Mitte, viel Neonlicht und ohrenbetaeubend lauter Musik. Die Musik ist so eine Art Uptempo-Coupé-Décalé und -mal abgesehen von der lautstaerke- eigentlich echt gut, aber das Publikum auf der Tanzflaeche besteht zu 98% aus ueberdrehten und tobewuetigen maennlichen Halbstarken, und nach einer halben Stunde wilden und wuesten Tobens reicht es dann doch. Wir brechen also auf ins "papagayo", einen wirklich ansprechenden Nachtclub (der name laesst es wirklich nicht erahnen) mit aktuellem franzoesischen hiphop, fuer den ich nur leider inzwischen zu muede bin.
Also Retour nach hause, und da dann endlich auch etwas Wind, endlich Luft, endlich Kuehle und das Versprechen von Regen vielleicht..
Der Regen kommt in der Nacht und prasselt schwer durch meine offenen fenster - aber da schlafe ich laengst.

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Ouaga life tag:travellerspoint.com,2009-05-16:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=36&entryid=161385 2009-05-16T19:41:29Z 2009-05-16T19:41:29Z Das haus erwacht sehr frueh zum leben jeden morgen, die waechter machen die autos sauber, die papageien im garten zirpen vor meinem fenster, zalissa tapert plappernd an meiner offenen zimmertuer vorbei, onkel jean-baptiste spaziert ueber den kiesweg zu seiner thunfischdose von einem auto, dass ihn -gott weiss wie- jeden tag sicher zur arbeit bringt.... zum fruehstueck gibt es frisches, warmes brot, dass madina aus dem ofen holt. ohnehin ist es bereits morgens so heiss, dass man nicht ruhig liegenbleiben kann, ... Das haus erwacht sehr frueh zum leben jeden morgen, die waechter machen die autos sauber, die papageien im garten zirpen vor meinem fenster, zalissa tapert plappernd an meiner offenen zimmertuer vorbei, onkel jean-baptiste spaziert ueber den kiesweg zu seiner thunfischdose von einem auto, dass ihn -gott weiss wie- jeden tag sicher zur arbeit bringt.... zum fruehstueck gibt es frisches, warmes brot, dass madina aus dem ofen holt. ohnehin ist es bereits morgens so heiss, dass man nicht ruhig liegenbleiben kann, und weil mir auch das brot unter diesen umstaenden zu warm und zu viel ist, gibt es eben mano-eis zum fruehstueck.
gegen halb 9 nimmt irène mich mit ins buero, wo ich die frauen kennenlerne, die fuer sie die organisation und koordination ihrer diversen projekte uebernehmen. sie sind saemtlich sehr nett, sehr gebildet und beunruhigend frisch zu derart nachtschlafener zeit :) Auf dem weg ins buero haben wir zalissah in der vorschule abgesetzt, ein gut bewachter kleiner bau mit grossem spielplatz und eigener "buecherei", wo die kinder buecher mit wenig text und dicken seiten aus pappe ausleihen duerfen :)
endlich taucht auch tiziana auf, zalissas mutter und frau meines in paris verstorbenen onkels eddie, die ich ebenfalls seit paris nicht mehr gesehen hatte. die freue ist ebenso gross wie kurz, denn es gilt zeitnah meinen am flughafen deponierten pass mitsamt dem beantragten kurzvisum abzuholen.. Dort angekommen geht der ringelrein mit meinen lieblings-grenzlern in die zweite runde: na also dass ich KEINE franzoesin bin haette ich aber nun WIRKLICH vorher sagen muessen (nicht dass ich die spalte "nationalitaet" auf dem antragsformular nicht ausgefuellt haette..), also DAS konnte ja nun keiner ahnen... na und unter DEN umstaenden ist das bereits ausgestellte (!) visum natuerlich ungueltig und ueberhaupt... Die Begeisterung ist ganz mein, und nach einer hitzigen diskussion um meine nationalitaet ("auf dem formular STEHT doch, dass ich keine franzoesin bin!...ausserdem ist das doch ein DEUTSCHER pass!" "-aber Sie haben doch franzoesisch GESPROCHEN!" "??!??!!!" usw..) ist dann endlich auch der pass samt visum wieder in meinem besitz. Zum mittagessen fahren wir auf kleinen umwegen durch die stadt nach hause, und unterwegs rauschen die alten lieblingsplaetze meines vaters an mir vorbei. In seiner jugend hatte er hier oft die ferien verbracht, und so scheinen unzaehlige strassen, ecken, plaetze von alten erinnerungen gefaerbt, von denen tantie irène angeregt und begeistert erzaehlt. zum abschluss der stadtrundfahrt statten wir irènes mutter einen besuch ab, natuerlich ist sie nicht zu hause, dafuer aber in ihrer lieblingsbar anzutreffen, wo sie mit ihren freundinnen jeden mittag ein kuehles bier auf das leben trinkt :)
Ouagadougou ist, insbesondere im vergleich zu accra, sehr trocken und staubig, auch ist deutlich sichtbar dass burkina faso ein aermeres land als ghana ist. die gerueche und die handgemalten werbeplakate und strassenschilder erinnern mich sehr an zu hause, und doch ist das strassenbild ein ganz anderes. auch hier gibt es viel verkehr und entsprechend viel staub und smog, den grossteil des verkehrsaufkommens machen hier aber motorraeder und roller aus, auch fahrraeder sieht man hier recht oft. erstaunlich fuer mich: wirklich JEDER faehrt "moto", schicke damen in high heels, junge maenner mit halsbrecherischem fahrstil, dicke alte markt-mamas in traditionellem gewand, auch ist das moto ein transportvehikel das bis zur maximalen belastbarkeit seiner teile beladen wird.
Am nachmittag darf ich irène zu einer generalprobe ins "CDC" (centre de developpment choréographique) begleiten, wo ein befreundeter taenzer und choreograph ihr sein selbstkomponiertes solo kurz vor der erstauffuehrung nochmal zeigen moechte. das stueck ist minimalistisch, schwarze buehne mit grellrotem pfeiler in der mitte, ein haufen lehmsteine, der besagte taenzer und eine kleine drahtige saengerin aus abidjan, die dem ganzen spektakel mit ihrem kehligen, erdigen, sehnsuechtigen gesang einen fast beunruhigenden rahmen gibt. der taenzer, salia, tanzt sich in den kommenden 45 minuten ungeachtet seines etwas fortgeschrittenen alters buchstaeblich die seele aus dem leib, und die zerrissenheit und verzweiflung die er hervortanzt sind derart greifbar, dass es die grenzen des ertraeglichen mitunter nahezu sprengt. Am ende sind alle anwesenden begeistert, ueberwaeltigt, aufgewuehlt - und irgendwie fast froh, dass es vorbei ist.
Auf dem nachhauseweg halten wir an einem Centre de Musique, ein grosses areal mit bar, konzertbuehne und 3 kleinen separaten haeuschen, in denen sich jeweils erstaunlich gut ausgestattete proberaeume fuer lokale bands und musiker befinden. ebensolche sitzen bei diversen bieren und lautem gespraech im barbereich, und beim naeherkommen erkenne ich bill, den saenger und gitarristen der band die das anstehende spectacle meiner tante vertonen wird. es bleibt genau zeit fuer ein paar biere und amuesante anekdoten aus dem tour-leben der anwesenden musiker, die allesamt regelmaessig in europa unterwegs sind. dann ist es zeit fuer die musik, und so versammelt sich der trupp in einem der proberaeume. die musik bewegt sich hart an der grenze zwischen gehaltvoll-traditionell und haarstraeubend-poppig, aber irgendwie bewegt sie mich doch und es ist dann fast schade, als wir noch vor ende der probe wieder losmuessen. Aber ich soll ja noch tantie irènes restaurant besichtigen, das "wakatti", mit seiner grossen gartenanlage, dem kinderspielplatz und dem swimmingpool. bei rinderspiessen und -ja, nochmal- diversen bieren plaudern wir bis ich muede bin und zuhause angekommen haben die anwesenden wahnsinnigen tatsechlich "vom winde verweht" eingelegt. auf franzoesisch ist die dramatik und die allgemeine panne dieses films noch weniger zu ertragen als auf englisch, also rolle ich mich sicherheitshalber gleich auf dem grossen wohnzimmerteppich zusammen und verleihe meiner ablehnung durch spontanen tiefschlaf ausdruck :)

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paris - bamako - ouagadougou tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=35&entryid=161288 2009-05-15T14:45:37Z 2009-05-15T14:37:44Z phew...WAS fuer ein trip. eine kalte, klamme nacht im bus nach paris..mit sack und pack verspannt und unausgeschlafen durch die metro, samt reiserucksack eingeklemmt zwischen mieslaunigen berufspendlern..endlich orly, endlich pause - dann die info der flug sei 6 std verspaetet :( nerven liegen saemtlich blank, als es nach weiteren 6 std warten und erst AM GATE unmittelbar vor dem erhofften einstieg heisst, der flug sei auf den folgetag verschoben. also auschecken, passkontrolle, zurueck ins hotel..heulende kinder, ueberforderte touris, achselzuckende bu ... phew...WAS fuer ein trip. eine kalte, klamme nacht im bus nach paris..mit sack und pack verspannt und unausgeschlafen durch die metro, samt reiserucksack eingeklemmt zwischen mieslaunigen berufspendlern..endlich orly, endlich pause - dann die info der flug sei 6 std verspaetet :(
nerven liegen saemtlich blank, als es nach weiteren 6 std warten und erst AM GATE unmittelbar vor dem erhofften einstieg heisst, der flug sei auf den folgetag verschoben. also auschecken, passkontrolle, zurueck ins hotel..heulende kinder, ueberforderte touris, achselzuckende burkinabé: "ben oui, c'est ça voyager à l'africaine!"
irgendwann siegt die kapitulation angesichts der unbeeinflussbaren lage, und bakary, ein 30-jaehriger perkussionist aus ouaga, hat laengst seine neue gitarre ausgepackt..sein onkel lebt in mali und komponiert dort sehnsuechtig-warme musik, die bakary uns ja ohnehin gern noch zeigen wollte. also sitze ich, ein dickes blubberndes baby von einer mueden burkinabé auf dem arm neben ihm am boden und summe und singe, und langsam ist erstmals alles besser.
am spaeteren abend dann treffen mit hervé, dem stationsleiter von air burkina, der sehr quasselfreudig und angenehm ist, und angenehm sind natuerlich auch die diversen panachés, die die hotelbar hergibt zu spaeter stunde :)
morgens dann endlich doch der flug, und die zeit vergeht mit bakary neben mir, der aus seinem so anderen fernen fremden leben erzaehlt, erstaunlich schnell. zur grossen begeisterung aller beteiligten landen wir zunaechst in bamako. von mali habe ich schon lange getrauemt, und doch moechte ich jetzt schnell weiter, aufbrechen, nach ouagadougou, wo meine familie auf mich wartet..nach transit um umstieg sitze ich in einer kleinen maschine neben clément aus paris, den ich vom vortag kenne, und der nach einer traurigen liebesgeschichte nun seit 14 monaten unterwegs ist, alleine, quer durch die welt, und viel ueber seine reisen, die einsamkeit und die rueckkehr zum anfang erzaehlt. "...je me suis demandé: où est la vie? ...et je suis parti pour retrouver le bonheur.." .. vieles ueber mich und mein wesen scheint ihm direkt klar, nachdem er mich am vortag lange hat beobachten koennen, und ich bin erstaunt und erfreut ueber so viel offenheit und einblick von einem fremden. zum abschied in ouaga: "..tout est là, tout est possible.. sois heureuse!"
am flughafen in ouagadougou spiel und spass mit stoisch-tumben grenzpolizisten, die sich erst mit strengerem ton zur herausgabe der visa-application forms bewegen lassen. zum glueck habe ich die noetigen 2 passfotos dabei - um diese auf die richtige groesse zu bringen gibt es extra einen beamten, dessen aufgabe darin besteht, die eine und einzige schere zu betreuen und zu bedienen. pflichtbewusst macht er sich also daran, saemtliche einkassierte fotos um gefuehlte 0,8 mm zu korrigieren, damit sie auf dem unformatierten gruenen formular ihren korrekten platz finden. herzergreifend, diese ernsthaftigkeit und pflichtbewusste serioesitaet in der ausuebung dieser null-taetigkeit :)
schliesslich laesst man mich passieren, bakary und die anderen habe ich im gedraenge leider verloren, aber mein rucksack kommt sofort und schon hoere ich tantie irène hell und laut meinen namen rufen. und endlich ist sie da: gross, warm, wild, wie ueblich diverse dienstbare geister im gefolge.. es ist heiss, aber trocken, beim herausgehen aus dem flughafengebaeude schlaegt mir ein sandiger wind entgegen, und ich hatte es mir genau so und doch ganz anders vorgestellt. das klima ist anders als in ghana, auch die menschen sehen anders aus, laufen lachen sprechen anders..und doch ist es wie nach hause kommen angesichts der waerme, der bekannten gerueche, und tantie irène auf dem beifahrersitz, laut quasselnd an 2 verschiedenen telefonen, die sie aus ihrer riesigen tasche hervorgeholt hat.
statt nach hause fahren wir erst zu einem der diversen jugendzentren in ouaga, wo derzeit die proben fuer ein anstehendes spectacle de danse stattfinden. das zentrum ist ein flacher bau auf einer kleinen anhoehe, mit einem grossen vorplatz und vielen fluegeltueren, durch die etwas luft und licht in den raum stroemen kann. innen tanzen um die 50 junge maenner und frauen mit nackten fuessen zu lauter musik. verschwitzt und imposant toben sie in perfekter einheit in grossen gruppen quer durch die halle, und die choreografie laesst sofort irènes handschrift erkennen, modern aber mit roots, fantasievoll und vertraeumt, dann aber wieder wild und geladen. ich bin begeistert und froh hier zu sein. schliesslich sind die taenzer erschoepft und tantie entlaesst sie nach einem letzten durchgang nach draussen in den hof. dort werden getraenke aus einem grossen bottich geteilt, fuer uns gibt es brakara, eines der lokalen biere. die hitze und das bier legen einen weichzeichner ueber meine umwelt, und als schliesslich im hof holzbaenke zusammengetragen werden, habe ich nicht einmal mitbekommen, wofuer. alle taenzer und helfer des zentrums sitzen in grosser runde, die fluegeltueren des zentrums wurden geschlossen, um erst im letzten moment preiszugeben, was nun beginnt: eine gruppe von 5 jungen kongolesen mit schmalen, aber fast mannshohen trommeln stuermt ploetzlich aus den tueren und formiert sich auf dem hof. die rhythmen wechseln schnell, aber die jungs sind perfekt aufeinander abgestimmt und tanzen mit den seltsam grossen, am koerper festgebundenen trommeln zu ihrer eigenen musik nach einer fein komponierten choreografie. es ist eine wahre freude, und das publikum ist begeistert. am ende gibt es schallenden applaus fuer die stolz-erleichterten musiker, die sich mit diesem auftritt bei meiner tante um ein zukuenftiges engagement in einem ihrer spectacles bewerben wollten. wie sie mir auf dem rueckweg nach hause erzaehlt, sind die jungs aus dem kongo hierher gefluechtet, und versuchen nun hier ihr glueck und eine zukunft zu finden.
"zuhause", das ist ein grosses haus mit knallbunt gestrichener aussenmauer, in dessen garten neben 2 hunden und einer riesenschildkroete auch ein kleiner alligator und 2 pferde (!) leben. der streichelzoo bleibt ohne erklaerung, also konzentriere ich mich auf zalisa, meine kleine cousine, die inzwischen 3 jahre alt ist und vor 2 jahren in paris ja noch ein baby war..jetzt aber kommt sie in rosa unterhose mit unzaehligen kleinen zoepfen, auf staemmigen kleinen beinen auf uns zugerannt und ist sich nicht ganz sicher ob ich ihr eigentlich ganz geheuer bin :) nachdem sie mir die hitzepickel auf ihren armen gezeigt hat, rennt sie dann doch lieber zurueck ins haus, immer dicht gefolgt von den hunden, die sie (noch) ueberragen..
nachdem ich mein riesiges zimmer bezogen habe, kommt schon der erste besuch: eine prozession von dicken tanten laeuft im wohnzimmer ein, und ich habe angesichts ihrer herzlichen freude keine zeit mehr, ueberfordert zu sein: schon werde ich geherzt, gedrueckt, gekniffen und gemustert, und schliesslich erkenne ich auch irènes grosse schwester, die ich vor 2 jahren in paris kennengelernt hatte. stark und mutig hatte sie sich damals als knochenmark-spenderin fuer ihren todkranken bruder zur verfuegung gestellt, und maite und ich hatten ihr damals die taeglichen injektionen verabreicht...wie lange ist das her, und es ist uns beiden eine freude, uns jetzt hier wiederzusehen. schliesslich tauchen auch tam-sir und jean-baptiste auf, mein cousin und onkel, die ich seit paris nicht gesehen hatte. es gibt mango-eis und "flag"-bier und um 10 schlafe ich auf dem wohnzimmerboden ein.

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trinidad, cienfuegos, topes de collantes tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=34&entryid=161287 2009-05-15T14:36:38Z 2009-05-15T14:36:38Z die letzten zwei tage war ich wieder unterwegs, diesmal ging die reise in den sueden des landes. zunaechst nach cienfuegos, einer kleinen stadt am meer, die (zumindest im renovierten, und sonntags komplett menschenleeren stadtzentrum) einer art open-air-museum gleichkam. es gab dort eigentlich nicht so viel zu sehen, ausser eben den wunderschoenen, in allen pastelltoenen gehaltenen alten haeusern. nach kurzem aufenthalt weiterfahrt nach trinidad, einer ebenfalls recht kleinen stadt, in der die zeit seit dem 19. jahrhundert stehen geblieben zu sein ... die letzten zwei tage war ich wieder unterwegs, diesmal ging die reise in den sueden des landes. zunaechst nach cienfuegos, einer kleinen stadt am meer, die (zumindest im renovierten, und sonntags komplett menschenleeren stadtzentrum) einer art open-air-museum gleichkam. es gab dort eigentlich nicht so viel zu sehen, ausser eben den wunderschoenen, in allen pastelltoenen gehaltenen alten haeusern. nach kurzem aufenthalt weiterfahrt nach trinidad, einer ebenfalls recht kleinen stadt, in der die zeit seit dem 19. jahrhundert stehen geblieben zu sein scheint. die strassen sind noch aus kleinen steinen zusammengepflastert, es gibt fast keine autos, und die haeuser sind noch genau so, wie sie waren als sie erstmals errichtet wurden. diese stadt ist klein, aber wunderschoen, und bei der besichtigung des museums, dass einrichtungsgegenstaende aus dem 18. und 19. jahrhundert aus den haeusern trinidads zeigt, kann man sich fast vorstellen, wie die menschen damals gelebt haben.
von trinidad aus geht die fahrt ueber eine steile strasse durch den regenwald hoch ins gebirge, zu einem kleinen hotel mitten in den bergen. von dort aus startet am naechsten tag mit alten russischen militaerlastern der noch steilere anstieg, tiefer in den wald hinein. wanderung von einer guten stunde immer tiefer in den regenwald, bald ist der anfangs noch angenehm breite weg nicht viel mehr als ein kleiner pfad durchs unterholz. schliesslich hoert man schon aus der ferne ein lautes rauschen - ein grosser wasserfall, sicherlich ueber 10 meter hoch und daher sehr imposant. noch ein kleines stueck weiter befindet sich ein kleinerer wasserfall, und hier bietet der guide an, man koenne die wanderung auch DURCH DEN FLUSS fortsetzen. gesagt, getan, nach einem beherzten sprung ins eiskalte wasser von einem knapp 2 meter hohen wasserfall aus, schwimmen, kraxeln, und klettern wir durch den fluss. das wasser ist ziemlich trueb, es ist sehr schwer, die steine zu erkennen und manchmal verschwindet man ploetzlich und unerwartet unter wasser, denn da wo man den fuss auf den naechsten felsen setzen wollte war dann doch nur ein tiefes loch :)
die strecke ist insgesamt knapp ueber 3 kilometer lang, und mehr als muehsam und anstrengend. die felsen unter wasser sind glitschig, es gibt stromschnellen, und oft muss man unter pflanzen und aesten hindurchtauchen. ich weiss nicht WAS mich geritten hat. am ende der schier endlosen tour dann ein finaler sprung von einem hohen wasserfall in ein tiefes natuerliches becken.
da ich im wasser meine schuhe verliere, restliche wanderung zum basis-camp durch den wald OHNE SCHUHE.
:-) life ist beautiful und ich bin todesmutig!
J

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pinar del rio und valle de vinales tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=33&entryid=161286 2009-05-15T14:35:21Z 2009-05-15T14:35:21Z von havanna aus hab ich eine reise in den westen der insel gemacht, in die stadt pinar del rio und in das vinales-tal. die landschaft hier ist wunderschoen, ganz flaches land mit tabak-plantagen, durchbrochen von runden weissen kalkstein-felsen, die aus der ferne aussehen wie elefantenruecken. im vinales-tal befindet sich ein ueberdimensionales kunstwerk, eine felswand, die mit urzeitlich anmutenden bildern von tieren und menschen auf der jagd bemalt wurde. es folgte eine wanderung mit anschliessender bootsfahrt durch eine alte "indianer"hoehle, durch ... von havanna aus hab ich eine reise in den westen der insel gemacht, in die stadt pinar del rio und in das vinales-tal. die landschaft hier ist wunderschoen, ganz flaches land mit tabak-plantagen, durchbrochen von runden weissen kalkstein-felsen, die aus der ferne aussehen wie elefantenruecken. im vinales-tal befindet sich ein ueberdimensionales kunstwerk, eine felswand, die mit urzeitlich anmutenden bildern von tieren und menschen auf der jagd bemalt wurde.
es folgte eine wanderung mit anschliessender bootsfahrt durch eine alte "indianer"hoehle, durch die ein kleiner fluss fuehrt.
wieder zurueck in havanna hab ich am letzten tag noch schnell einen ausflug zum revolutionsplatz und zum cemeterio del colon, mit ueber 800.000 graebern einem der groessten friedhoefe lateinamerikas. und auch wenn es vielleicht etwas perfide erscheinen mag, als tourist ausgerechnet einen friedhof zu besichtigen - er ist nicht nur riesengross (ueber 5 km2!!!!, mit ueber 2 mio. "bewohnern"), sondern er ist vor allem wunderschoen, denn alle grabmale und mausoleen sind aus weissem marmor, der in der sonne strahlt, mit alten runzeligen baeumen dazwischen. der beruehmte frontsaenger des buena vista social club, ibrahim ferrer, liegt hier begraben. in einer gasse kam ich an einem grab vorbei, dessen deckplatte zu meinem entsetzen aufgebrochen war, mit einem leeren loch darunter. auf panische nachfrage bei einem friedhofswaerter erfuhr ich dann aber, dass familien, die ins ausland auswandern, ihre toten einfach mitnehmen, und dass daher das eroeffnen eines grabes ein ganz normaler vorgang sei!! gewoehungsbeduerftig.

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noch mehr havanna :) tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=32&entryid=161285 2009-05-15T14:34:20Z 2009-05-15T14:34:20Z bin soeben wieder in meinem heimat-hotel in varadero angekommen. eigentlich war es ja mehr ein kurzes intermezzo in havanna und umgebung, aber die tage dort kommen mir wie anderthalb wochen vor, mir scheint als habe ich waehrend der gesamten ferien bisher nichts anderes gemacht, als durch die gassen von havannas altstadt zu streifen...insgesamt hab ich die tage in havanna sehr konsequent genutzt, und im wachen zustand glaube ich insgesamt keine 2,3 stunden in meinem zimmer verbracht. meine tage bestanden eigentlich ... bin soeben wieder in meinem heimat-hotel in varadero angekommen. eigentlich war es ja mehr ein kurzes intermezzo in havanna und umgebung, aber die tage dort kommen mir wie anderthalb wochen vor, mir scheint als habe ich waehrend der gesamten ferien bisher nichts anderes gemacht, als durch die gassen von havannas altstadt zu streifen...insgesamt hab ich die tage in havanna sehr konsequent genutzt, und im wachen zustand glaube ich insgesamt keine 2,3 stunden in meinem zimmer verbracht. meine tage bestanden eigentlich aus ausgedehnten streifzuegen, fotografieren, und mich treiben lassen durch die strassen.zwischendurch hatte ich einen ziemlichen tiefpunkt erreicht, denn die batterien meiner kamera (ganz simple normale AA-batterien will ich da kurz hinzufuegen) waren leer, und auf meiner pirsch durch insgesamt 8 (!!!!!!!!!!) verschiedene fotolaeden und sonstigen groesseren geschaeften quer durch havanna habe ich auf einmal das mit der mangelwirtschaft etwas besser verstanden: "ja, man weiss nie - mal gibt es ganz viel, und mal gibt es ganz wenig!" - so die schulterzuckende erlaeuterung meines gastvaters dazu. nach einem gesamten nachmittag und einem unruhigen vormittag auf der suche bin ich dann am ende aber doch noch fuendig geworden, und konnte mich im anschluss auch foto-maessig wieder auf den weg machen. diese stadt ist so traumhaft schoen, mit einer fast unwirklich anmutenden kulisse aus glaenzenden oldtimern, verschieden stark verfallenen kolonialbauten und dem verblichenen glanz einer praechtigen alten stadt. es ist schwer, die schoenheit der stadt und ihrer bewohner, der strassen und vor allem der vielen kleinen dinge die es zu beobachten und zu entdecken gibt, in bilder oder in worte zu fassen. vor allem am spaeten nachmittag ist das licht so schoen, und da das hafenbecken auch in laufweite vom alten stadtkern ist, spuert man oft eine laue meeresbrise und den geruch von der see. ich hab mich insgesamt all die tage einfach treiben lassen, und nur wenigen monumenten und plaetzen bewusst nachgejagt - am faszinierendsten, schoensten und ergreifendsten waren fuer mich dabei besonders die kleinen szenen; heute morgen sassen zwei runzlige opas in einem hauseingang in meiner strasse auf den stufen und kicherten zusammen. man konnte genau sehen, dass sie schon seit jahrzehnten bekannt und befreundet sein muessen. schliesslich griff der eine der beiden zu seiner klarinette und spielte leise etwas, und der andere opa hat vertraeumt die augen geschlossen und geschmunzelt. das gute ist, dass ich hier ueberhaupt nich als touri auffalle, alle denken ausnahmslos, ich sei kubanerin (bis ich den mund aufmache! :-)) - so kann ich gut unbemerkt in der naehe von leuten stehen bleiben und sie beobachten, ohne dass sie auf mich aufmerksam werden und dadurch abgelenkt waeren. ich bedauere wirklich,dass ich kein teleobjektiv habe - diese strassen sind fuer portrait- und detailaufnahmen einfach wie gemacht!
nach meinem letzten eintrag am dienstag abend bin ich noch ein weilchen weitergeschlendert, und hab mich ein weilchen vor eine kathedrale auf eine marmorbank gesetzt. an der naechsten ecke im restaurant spielte eine kombo alter kubaner sehnsuechtige lieder, passend zum sonnenuntergang, und ein paar leute blieben spontan stehen und tanzten (ja!) auf dem buergersteig sehr langsam und anmutig zu der musik. als die musik zu ende war, bin ich grob in richtung "zuhause" aufgebrochen, entlang des prachtboulevards Prado, am Capitolio vorbei, eine exakte und nur etwas kleinere nachbildung des white house in washington. nach ein paar weiteren kurven bin ich dann irgendwie in eine etwas zwielichtige ecke geraten, so dass ich trozt einiger wahnsinns-einblicke in offene wohnzimmertueren, treppenhaeuser und hinterhoefe meine kamera doch lieber in der tasche gelassen hab. dann, nur ein paar strassenzuege weiter, ein kleines charmantes restaurant aus dem schon von weitem wieder live musik zu hoeren war. als die netten kellner, die vor der tuer den lauen abend genossen, mir dann auch noch bestaetigten, dass man hier das typische gegrillte schweinefleisch bekommen kann, hab ich mir schnell einen schoenen platz am fenster gesucht, und zu frischgepresstem mango-milchshake die traumhafte musik der hausband genossen. am ende des abends hatte ich nicht nur koestliche kreolische kueche genossen, sondern mich auch mit den (opa-) musikern angefreundet, die sich zum quasseln (mit haenden und fuessen, in einem sprach-mischmasch) zu mir gesetzt hatten, und durfte mir am ende des abends noch ein paar traurige boleros aussuchen, zu dem einer der opis mich zum tanz aufforderte. leider ging das aber nicht, denn den anderen band-opis fiel daraufhin ein, dass in dem naechsten lied doch auf jeden fall ganz dringend eine trompete vorkommen muss, und der tanz daher ausfallen soll :-))

am naechsten tag dann frueh los, quer durch die stadt, bin durch einen zufall in einem verfallenen ehemals chinesischen viertel gelandet, von dem ich garnicht wusste, dass es existiert, und wo ich einige ehemals herrschaftliche hotels gesehen habe, die nun nur noch ruinen sind - aber man kann sich den glanz vergangener tage gut vorstellen! am nachmittag habe ich das capitolio besichtigt, oben genanntes monument, in dem die weltweit drittgroesste statue (in einem raum) steht, eine 13 meter hohe bronze-statue einer frau, die ich faszinierend fand und auf die ich im vorhinein schon sehr gespannt war. zu ihren fuessen ist ein grosser diamant in den boden eingelassen, und das ist der nullpunkt, von dem aus in kuba alle entfernungen gemessen werden! :-)
pause mit lokalem malzbier in einer bar mit zwei FURCHTBAREN britinnen im bierduseligen flirt-modus mit der schon am hellichten tag nicht minder bierduseligen hausband. nach einem mittagessen mit angenehmer kubanischer musikeinlage gabs dann zum dessert haarstraeubende darbietungen einer der beiden ladies, die sich fuer ein (noch!) verkanntes operetten-talent hielt. einfach zum weinen, zum niederknien und um-gnade-bitten, aber die alte war einfach komplett schmerzfrei und traellerte munter weiter, immer schoen konsequent off-key. oh mann. die leude.

im anschluss nachmittags dann ein ausflug in die 'casa de la musica', ein kleines aber super sortiertes geschaeft, in dem es ausschliesslich lokal produzierte musik gibt. der verkaeufer war sehr nett und konnte genau so viel englisch wie ich spanisch, aber musik war ein sehr starker gemeinsamer nenner, und so haben wir knapp 2 stunden lang zusammen ueber die verschiedenen musikrichtungen und -stile kubas geplaudert und stapelweise cds durchgehoert. wunderbar! :)
zum abschluss am spaeten nachmittag dann eine stadtrundfahrt mit dem open-air doppeldeckerbus, bei der ich Juan, einen sehr netten ecuadorianer kennengelernt habe, der auch alleine reist. wir haben die meiste zeit franzoesich gesprochen, weil das dem spanischen naeher und fuer ihn daher einfacher war, ausserdem hat er mal ein austausch-jahr in belgien gemacht. das programm hat er dann aber abgebrochen und sein studium pausiert, um stattdessen lieber durch europa zu reisen. so smart! :-)
am abend haben wir uns am malecon wiedergetroffen, der hafenpromenade am kai, wo sich am abend hunderte paerchen und cliquen zum flanieren, plaudern, musizieren und knutschen treffen und wo man prima am wasser abhaengen kann. zum abendessen bin ich ins "jazz cafe" eingekehrt, ein bar/restaurant in der oberen etage einer galerie mit geschaeften und einer art gekachelten autospur, die sich im inneren des gebaeudes um das treppenhaus und die geschaefte nach oben schlaengelt. von den gut 13 kellnern in dem laden sprach genau ein halber gebrochen englisch, und ich war froh maite's mini-dictionary mitgenommen zu haben, auch wenn ich damit wie ein depp ueber der karte hing und die kellner sich etwas ueber mich bekichert haben :)) die band war der HAMMER, 8-koepfig samt saxophon und einem blasinstrument was ich noch nie gesehen hatte, einem gast-trommler aus china, und spielte einen mix aus son, salsa, jazz und african drumming. die leute haben getobt, und im nachhinein erzaehlte man mir, dass dies ein lokal sei, in dem die hiesige schickeria aus tv und film einkehrt abends :) nice.
nach dem essen hab ich mir einen mojito gegoennt, der in einem vertrauenerweckend kleinen glaeschen daherkam, mich dann aber ganz easy in einem schuss aus den socken gepfiffen hat. so hab ich dann am ende auch doch meinem impuls nachgegeben, und neben ein paar aelteren leuten zwischen den tischen getanzt :) aufgefordert wurde ich von einem drummer, der wohl in den 70ern mal gueldene zeiten in amerika hatte, und diesen sommer auch beim jazzfestival in tuebingen auftreten wird. leider hab ich seinen namen vergessen - dafier erinnere ich mich sehr lebhaft an seine trotz fortgeschrittenen alters ausgesprochen tanzmoves und seine gruendlich feuchte aussprache.

soviel heute. morgen mehr. :)

sonne, liebe, kuesse und so. von mir fuer euch, aus kuba!

  • J

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ciudad de habana - havanna city tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=31&entryid=161284 2009-05-15T14:32:34Z 2009-05-15T14:32:34Z nach ausgiebigen und langen tagen des gammelns am meer und im hotel und des feierns und tobens in den diversesten nightclubs varaderos bin ich dann heute losgefahren in kubas wunderschoene alte hauptstadt, havanna. hin ging es mit einem touri-bus, hab allerdings nur ein drittel des preises bezahlt, weil ich den bus nur als oneway-transfer gebucht hab statt als durchorganisierte tagestour. weil sich der tourguide dann aber als unglaublich belesen und wortwitzig herausstellte hab ich ihn gefragt, ob ich nich vielleicht ... nach ausgiebigen und langen tagen des gammelns am meer und im hotel und des feierns und tobens in den diversesten nightclubs varaderos bin ich dann heute losgefahren in kubas wunderschoene alte hauptstadt, havanna. hin ging es mit einem touri-bus, hab allerdings nur ein drittel des preises bezahlt, weil ich den bus nur als oneway-transfer gebucht hab statt als durchorganisierte tagestour. weil sich der tourguide dann aber als unglaublich belesen und wortwitzig herausstellte hab ich ihn gefragt, ob ich nich vielleicht doch an einem teil der tour durch die altstadt havannas teilnehmen koenne, um so auf kompakte und interessante weise etwas mehr ueber land und geschichte zu erfahren. und so hab ich dann den halben tag in aeusserst charmanter und ortskundiger begleitung verbracht :-) weil wir uns so gut verstanden und den ganzen vormittag ueber so nett verquasselt hatten, durfte ich im anschluss an den stadtrundgang mit verschiedenen museumsbesuchen zu allem ueberfluss auch noch fuer lau an dem eigentlich (fuer knapp 70 oere tour-gebuehr inklusive zu buchenden) mittagessen in einem wunderschoenen kolonialstil-hotel teilnehmen!! :-)) das essen war auch wirklich lecker. einzig meine tischnachbarn, eine truppe grobklotzig-tumber kanadier, gingen mir mit ihren stolzen berichten von "super bargains" (also auf sehr guenstige preise runtergehandelte schnaeppchen) enorm auf den zeiger. jeder hatte irgendeine story aus der naechstbesten touristenfalle zum besten zu geben (ungefragt, moechte ich hier der vollstaendigkeit halber hinzufuegen), wo sie (nach eigenen auskuenften) mit grosser eloquenz diversen unbrauchbaren tand erstanden hatten. insbesondere eine aufgedreht-junggebliebene endvierzigerin aus calgary, die lautstark von ihrem grossen verhandlungsgeschick beim kauf von Alabaster-delfinen (no shit) in cancun, mexiko und beim kauf eines lebensgrossen, handgeschnitzten holzadlers fuer ihr heimisches wohnzimmer daherplapperte, hat mich letztlich in die knie gezwungen und zu einem vorzeitigen fluchtartigen abbruch des mittagessens vor dem dessert gefuehrt. von schmerzfreien touris nun aber lieber zurueck zum eigentlichen grund meiner reise, dem alten wunderschoenen havanna. wie schoen und angenehm die innenstadt jetzt am fruehen abend nach abreise der hektischen touristengruppen ist! durch die strassen zu flanieren ist einfach traumhaft, nur dass ich leider kaum spanisch kann ist wirklich sehr sehr schade, denn die menschen hier und ihre kultur faszinieren mich sehr. die sprache ist natuerlich aber der wesentliche schluessel zu den interessanten dingen, der mir nun leider meist fehlt. ich hab zwar so semi-fleissig spanisch geuebt seit ich hier bin, und wenn man sie mal dazu ueberedet kriegt EINMAL ETWAS langsamer zu sprechen, dann verstehe ich dank der nahen verwandschaft zum franzoesischen doch das ein oder andere ganz gut. aber insgesamt merke ich sehr deutlich, dass mir sehr viele spannende geheimnisse und einblicke leider verborgen bleiben werden.
havanna ist genau, wie man es sich vorstellt und wie es auf postkarten abgebildet ist: unbeschreiblich schoene alte haeuser, alte omas auf den verschnoerkelten balkons, kleine gassen, in denen buena vista social-artige opas in grueppchen stehen und plaudern und kichern, schlummernde hunde auf altem kopfsteinpflaster, schulkinder in der klassischen zweifarbigen schuluniform, alte autos, fahrrad-droschken, pferdekutschen....-und vor allem: musik. von ueberall her hoert man klaviere, gitarren, oder saenger, hier und da auch mal ein blasinstrument, und auch wenn die strassen zum teil ziemlich heruntergekommen sind: havanna ist auf den ersten und zweiten blick die mit abstand schoenste stadt, die ich bisher in meinem leben gesehen habe! ich bin total muede und erschlagen irgendwie, von der hitze, wohl aber auch von den neuen eindruecken, die man irgendwie garnicht so schnell erfassen kann..
eine arge enttaeuschung ist, dass man hier im internet-cafe keine fotos von der camera herunterladen kann und darf. auch in hotels scheint dies nicht moeglich zu sein. ueberhaupt ist das mit dem internet ausserhalb des hotels so eine sache.. ich habe ueber eine halbe stunde angestanden, um meinen pass zu zeigen (!), meine daten wurden in eine liste eingetragen, und erst daraufhin wurde mir eine karte ausgehaendigt, mit der ich genau eine stunde ins netz kann. das sei auch genau die dauer, die einem hier monatlich zur verfuegung stehe, sagten mir die verkaeufer (es handelt sich um eine filiale der staatlichen telefongesellschaft, die aber auch das internet in den hotels verbindet). ich denke, in hotels gibt es wahrscheinlich eine art sonder-regelung, aber ich muss nochmal ein paar kubanische bekannte fragen, ob sie wirklich nie laenger als eine stunde im monat ins internet gehen koennen. ich finde das extrem wenig und (vor allem wenn ich an meine 24-stunden flatrate zuhause denke) doch sehr verwunderlich. hier im internetcafe arbeitet eine junge frau, die heimlich und leise ueber das system in kuba flucht, und eigentlich dafuer zustaendig ist, a) den ordentlichen gebrauch, und b) den ausschliesslichen besuch erlaubter seiten zu beaufsichtigen.
untergekommen bin ich hier in havanna bei einem total suessen alten ehepaar in einem wunderschoenen kolonialhaus mit knapp 5 meter (ja, wirklich!!!) hohen waenden, einem innenhof mit springbrunnen und pflanzen und schweren alten hoelzernen fluegeltueren. manche kubaner bekommen vom staat eine lizenz, um ein bis mehrere zimmer an auslaender zu vermieten, und sich so etwas dazu zu verdienen. um die grundidee der allgemeinen gerechtigkeit aber aufrecht zu erhalten, muessen diese einnahmen sehr hoch besteuert werden - und das auch, wenn gar keine gaeste gekommen sind! dementsprechend freundlich und zuvorkommend sind die gastgeber, aber fuer privatunterkuenfte doch auch relativ teuer sind die zimmer dann. ich fuehle mich dort aber ziemlich wohl und da das haus wirklich mitten in der altstadt in laufweite aller grossen monumente ist, ist es fuer diese tage der optimale stuetzpunkt. heute abend werde ich nach einem restaurant suchen, in dem typisch lokale kost verkauft wird, einem "paladar". gleich mache ich mich aber erstmal auf den weg zum nationaltheater, um herauszufinden ob heute abend noch eine vorstellung des nationalballettes zu sehen sein wird. wenn nicht, werde ich mich wohl auf den weg zu einer der jazz-bars im osten der stadt machen, die ein freund aus varadero mir empfohlen hatte :-)
so oder so war es bisher ein sehr anstrengender, aber wunderbar-spannender tag, und ich freue mich darauf, morgen frueh (bevor die hitze zu gross wird), ausgedehntere spaziergaenge zu machen, und die museen und monumente zu besichtigen, die mich besonders interessieren!
ich hoffe euch allen geht es gut und gruesse euch ganz herzlich aus der ferne,
J

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auf kuba nichts neues.. tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=30&entryid=161283 2009-05-15T14:31:07Z 2009-05-15T14:31:07Z jetzt bin ich seit ein paar tagen hier, und bisher laesst das ganz grosse abenteuer noch auf sich warten. das hotel ist recht gross, nicht exeptionell schoen, aber dafuer ziemlich abwechslungsreich. mein zimmer ist total riesig und echt angenehm. das publikum im hotel ist total durchmischt, habe glaube ich bisher in noch keinem hotel eine derart bunte mischung von nationalitaeten gesehen: deutsche, briten, viele mittel- und suedamerikaner, brasilianer, spanier, italiener und viele kanadier. das einzige was es hier nicht gibt: ... jetzt bin ich seit ein paar tagen hier, und bisher laesst das ganz grosse abenteuer noch auf sich warten. das hotel ist recht gross, nicht exeptionell schoen, aber dafuer ziemlich abwechslungsreich. mein zimmer ist total riesig und echt angenehm. das publikum im hotel ist total durchmischt, habe glaube ich bisher in noch keinem hotel eine derart bunte mischung von nationalitaeten gesehen: deutsche, briten, viele mittel- und suedamerikaner, brasilianer, spanier, italiener und viele kanadier. das einzige was es hier nicht gibt: amis! ehrlich gesagt hat mich dieses komplette einreise-verbot dann doch ueberrascht. dass es sowas noch gibt - grenzen, die fuer manche menschen tatsaechlich unueberwindbar sind..selbst nur als einfacher besucher, let alone bleiberecht oder aehnliches!

ueber varadero selbst laesst sich nicht viel berichten, es ist eine landzunge im norden kubas, die fuer die allgemeinbevoelkerung kaum zugaenglich ist - ausser als angestellte in hotels oder geschaeften. insgesamt ist es hier irgendwie surreal und unwirklich, weil sehr aufgeraeumt und seltsam leer auf den strassen.. selbst die kubaner die ich bisher gesprochen habe sagen dies sei eine unechte welt und nicht das wahre kuba. bisher war ich zu muede mich auf die reise ins land zu machen, aber das werde ich bald beginnen und bin schon sehr gespannt.

gestern war ich mit zwei kanadiern aus meinem hotel auf einem so genannten "handwerkermarkt". spassig war einzig die scooter-fahrt dahin, denn auf dem markt selbst gab es einen haufen geschmacklosen schrott, zum grossen teil aus plastik - eine wahre touristenfalle eben. zu meinem blanken entsetzen fanden die beiden jungs die sachen ganz schoen und haben sich tatsaechlich ein paar che guevara-bilder gekauft (keine weiteren fragen!!), sowie ein paar schnitzereien.

abends ging es dann gemeinsam mit einem maedel, die im hotel als taenzerin arbeitet, in einen der vielen nachtclubs in der naehe. dass der laden eine komplett-katastrophe ist war mir schon beim anstehen in der schlange angesichts der voellig ueberdreheten grosszuegig geschaetzt durchschnittlich 17-jaehrigen puertoricaner klar. genau SO hab ich mir den amerikanischen spring break vorgestellt, und weiss jetzt auch ganz genau, warum ich da nie hin wollte! :-)
meine fassungslosigkeit angesichts der zu techno-salsa (ja, tatsache) tobenden ballermann-esquen meute hab ich dann einfach mit bierchen runtergespuelt und mich todesmutig und voellig schmerzfrei einfach ins getuemmel gestuerzt. irgendwann in der mitte der nacht wechselte dann die musik irgendwo grob in richtung hiphop, ich war ein bisschen versoehnt und der meute war es eh egal. insgesamt hab ich trotz allem irgendwie total viel spass gehabt und mich am ende praechtig amuesiert!

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kuba... tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=29&entryid=161282 2009-05-15T14:29:44Z 2009-05-15T14:29:44Z soo...war dann doch ne ziemlich lange pause seit meinem letzten post, dabei ist in der zwischenzeit wirklich einiges passiert..ich war letztes jahr im praktischen jahr fuer 4 monate in paris (neurochirurgie und allgemeinchirurgie), dann auch wieder gemeinsam mit meiner lieben freundin maite, fuer geburtshilfe in ghana. dort hatte ich einen autounfall, als ich von einem nachtdienst im kreissaal nach hause fahren wollte, aber ausser einem grossen schreck, einer beule am kopf und einem ziemlich zerbeulten auto is zum glueck nicht ... soo...war dann doch ne ziemlich lange pause seit meinem letzten post, dabei ist in der zwischenzeit wirklich einiges passiert..ich war letztes jahr im praktischen jahr fuer 4 monate in paris (neurochirurgie und allgemeinchirurgie), dann auch wieder gemeinsam mit meiner lieben freundin maite, fuer geburtshilfe in ghana. dort hatte ich einen autounfall, als ich von einem nachtdienst im kreissaal nach hause fahren wollte, aber ausser einem grossen schreck, einer beule am kopf und einem ziemlich zerbeulten auto is zum glueck nicht viel passiert!!
dieses jahr bestand bisher im wesentlichen aus arbeit und anstrengung, denn ich musste konnte durfte fuer das staats-"hammer"-examen lernen. am ende hat ,nach nem knappen halben jahr elender vorbereitungszeit, dann doch alles ganz gut geklappt, jez bin ich fertig und arzt und kann es selbst noch garnicht glauben. Und um mir beim begreifen dieses naechsten lebensabschnitts auf die spruenge zu helfen und meine batterien mal wieder ein bisschen aufzuladen, hab ich mir selbst eine kreative pause verordnet....auf kuba! :-))

nach 10 stunden flug (eingeklemmt zwischen einer besoffenen und maulig-streitlustigen russischen oma einerseits und einem plauderwuetigen maschinenbauer aus kassel, der mit mir seine schreibmaschinen-getippten spanisch-lernunterlagen durchgehen wollte) dann gestern nachmittag ankunft in varadero an der kubanischen nordkueste. schon am flughafen war ohne spanischkenntnisse improvisation gefragt, und ich wurde mehrfach von beamten des innenministeriums ebenso kritisch beaeugt wie befragt, weil sie mich alle fuer eine kubanerin hielten. total strange finde ich, dass man hier in varadero mit euro bezahlen kann - mir leuchtet ein dass fuer den seit 2004 verbotenen dollar ersatz gefunden werden musste, aber irgendwie fuehlt es sich doch einfach nicht *richtig* an.
das hotel ist, wie versprochen, direkt am strand, hat verschiedene restaurants und bars und ueberhaupt, und gestern spielte schon direkt ein buena-vista-social-club-verschnitt fuer touris neben dem pool. Insgesamt ist es schoen hier, erinnert mich aber in jeder hinsicht daran, warum hotelurlaub nie so ganz meins ist: mir ist diese grenzenlose verfuegbarkeit von speisen, spiel, entertainment und sonstigen services irgendwie nicht ganz geheuer, und ich empfinde es (auch angesichts der lebensrealitaet der einheimischen hier) als etwas surreal, wie eine kleine parallelwelt. hab mich einige zeit mit einem alten runzligen kellner unterhalten, der recht gut deutsch spricht, weil er seit jahren darauf hofft, endlich mal seine freunde in frankfurt besuchen zu duerfen - bisher ohne glueck. mittlerweile habe er sich an den ueberfluss gewoehnt, der ihn alltaeglich umgibt und an dem er aber niemals teilhaben kann, auch wenn er es "erstaunlich" findet, was auslaender so alles brauchen. :-)
Am spannendsten finde ich, mir ein land und seine gegebenheiten selbst zu erschliessen, angesichts meiner durch abwesenheit glaenzenden spanischkenntnisse bin ich aber mal gespannt, wie sich das so realisieren laesst...

Erstaunlich finde ich, dass die strassen hier ganz leer sind irgendwie (wenngleich varadero natuerlich auch keine grosse stadt ist). aber bis auf einige oldtimer (tatsaechlich!! :-), sehr wenige taxen und eine pferdekutsche habe ich keine autos gesehen. die parkplaetze an denen wir gestern vorbeikamen waren fast ausnahmslos leer. ich hoffe dass ich im laufe meines aufenthalts hier vieles von dem verstehen lerne, was hier alltag ist, und werde mich in den naechsten tagen mit dem fahrrad auf erkundungstour durch die gegend machen..

Ich hoffe, es geht Euch allen gut und gruesse Euch aus der heissen (34 C!!!) Ferne :-)
J

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Pigeon Point - Fort King George - Sunday School tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=28&entryid=161281 2009-05-15T14:26:21Z 2009-05-15T14:26:21Z Die meisten Tage verbringen wir hier eigentlich ganz gepflegt und entspannt am Strand in der Naehe (pigeon Point). Gestern mittag haben wir als kleines Highlight eine Tour mit einem Glasbodenboot gemacht, das heisst man sitzt in einem Boot mit einem -Ueberaschung - Boden aus Glas und kann dadurch alle Fische und das Riff sehen. Erstaunlicherweise ist hier das Wasser an vielen Stellen ueberhaupt nicht tief, auch wenn man ziemlich weit rausfaehrt. Dadurch kann man die Unterwasserwelt gut beobachten. Am "Buccoo ... Die meisten Tage verbringen wir hier eigentlich ganz gepflegt und entspannt am Strand in der Naehe (pigeon Point). Gestern mittag haben wir als kleines Highlight eine Tour mit einem Glasbodenboot gemacht, das heisst man sitzt in einem Boot mit einem -Ueberaschung - Boden aus Glas und kann dadurch alle Fische und das Riff sehen. Erstaunlicherweise ist hier das Wasser an vielen Stellen ueberhaupt nicht tief, auch wenn man ziemlich weit rausfaehrt. Dadurch kann man die Unterwasserwelt gut beobachten. Am "Buccoo Reef" sind wir zum Schnorcheln ausgestiegen, und das Komische daran ist, dass man zwar weit weg vom Ufer mitten im Meer ist, aber an einigen Stellen trotzdem sogar fast noch im Wasser stehen kann (wenn die wilden Wellen nicht waeren, die mir regelmaessig den Schnorchel voll und mich unter Wasser gewirbelt haben). Das Riff war bis auf einige wirkliche riesige und knallbunte Papageienfische relativ unspektakulaer, weil an vielen Stellen leider schon abgestorben oder beschaedigt. Zum Schnorcheln und Tauchen hat man mir die Ostkueste der Insel empfohlen, und dahin werden wir uns in den kommenden Tagen auch noch aufmachen. Ein weiterer Stopp war der so genannte "Nylon Pool", eine weitere ganz flache Sandbank mitten im Ozean,wo das Wasser blendend tuerkisblau ist und angeblich verjuengende Kraefte hat ("but that's not guaranteed", so der Tourguide :-)

Am Freitag waren wir auf einem Huegel hoch oben ueber Scarborough beim Fort King George, was eigentlich eher wie ein ziemlich kleines und uraltes Kloster aussieht als wie ein richtiges Fort. Allerdings hat man von dort oben eine wirklich atemberaubende Aussicht ueber die Bucht von Scarborough und den Hafen - man kann von da oben sogar bis nach Trinidad sehen..

Gestern Abend waren wir mit Robert, einem sehr netten Trini den wir hier kennengelernt haben in Buccoo bei der "Sunday School", eine allwoechentliche riesige Strandparty mit massenhaft Leuten, Essensstaenden und Gambler-Tischen ueberall. Es war (wie alle Parties bisher) ein ziemliches Erlebnis :-) Apropos Erlebnis: Am Freitag Abend waren wir im "Shade", einem grossen Open Air Club in der Naehe von Crown Point, wo wie es schien ganz Tobago zum tanzen gekommen war. Beim Anstehen in der Schlange dann die Riesen-Ueberraschung: Vor uns stand ein Bekannter von mir aus Duesseldorf!! Wir konnten unseren Augen kaum trauen, aber er war's wirklich - er arbeitet hier fuer 3 Monate in einer Sprachschule und macht sich unverschaemterweise einfach mal ein richtig laues Leben :-) Naja, wir hatten einen super Abend zusammen, und der Club war auch wirklich ganz klasse: eine art grosser tropischer Garten mit einem riesigen Pavillion in der Mitte, also eine Art DAch auf Saeulen, unter dem sich Bar und Dj-Pult befanden..hui, Freude! ;-)

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Crown Point, Tobago tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=27&entryid=161280 2009-05-15T14:23:13Z 2009-05-15T14:23:13Z Hallo zusammen, nach ca. 12 stunden Flug (Inklusive 1 1/2 Stunden Transit in Venezuela) bin ich gestern abend gegen 20 Uhr local time fix und fertig in Tobago angekommen.. Der Airport hat in etwa die Groesse des Dortmunder Flughafens, und auch der Rest von Crown Point kommt mir nich wesentlich groesser vor.. Nach 20 Uhr hat hier irgendwie so gut wie ALLES geschlossen, aber ich hab zum Glueck trotzdem schnell ein Zimmer gefunden. Meine erste Begegnung mit der hiesigen Bevoelkerung war ... Hallo zusammen,

nach ca. 12 stunden Flug (Inklusive 1 1/2 Stunden Transit in Venezuela) bin ich gestern abend gegen 20 Uhr local time fix und fertig in Tobago angekommen.. Der Airport hat in etwa die Groesse des Dortmunder Flughafens, und auch der Rest von Crown Point kommt mir nich wesentlich groesser vor.. Nach 20 Uhr hat hier irgendwie so gut wie ALLES geschlossen, aber ich hab zum Glueck trotzdem schnell ein Zimmer gefunden. Meine erste Begegnung mit der hiesigen Bevoelkerung war die Passkontrolle, an der ich in unverstehbarem Slang nach meinen Beweggruenden fuer die Reise und meiner sonstigen Vorgeschichte ausgequetscht wurde. Man wollte wissen, woher ich Jemanden aus Trinidad kenne, und wie lang genau ich auf welcher Insel zu bleiben gedenke und ueberhaupt. Als Naechstes folgte dann der Gang zum Tourist Information Centre, das direkt auf der anderen Strassenseite liegt. Die dicke Madam darin hat mir einige Broschueren in die Hand gedrueckt und war auch sonst sehr nett, leider aber nich in der Lage, mir nun die genauen Abfahrtszeiten fuer die Faehre mitzuteilen. Auch ein Anruf beim Hafen in Scarborough konnte keine Abhilfe schaffen, da man dort noch nich so genau wusste, ob man nun die Fahrt durchfuehren wuerde oder eher nich..Naja, wollte dann eigentlich heute morgen die Faehre nach Trinidad nehmen, aber als ich um 6 Uhr loswollte, um die Faehre, die 'wahrscheinlich um halb 7, vielleicht 7, vielleicht aber auch nicht, you should check with them to make sure' fahren sollte zu nehmen, sagte mir die Landlady vom Guesthouse, dass sie gerade eine Freundin da abgesetzt habe und dass die Faehre um halb 6 schon startklar gewesen und jetzt sicher laengst weg sei. So pfeife ich dann also fuer heute auf die Bootsromantik und nehme gleich den Flieger nach Trinidad, in der Hoffnung dort auf Afton zu treffen.

Ich melde mich spaeter aus Trinidad. Ju

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Reisevorbereitungen... tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=26&entryid=161279 2009-05-15T14:21:49Z 2009-05-15T14:21:49Z Nach einem halben Jahr Arbeit und Vorfreude ist es jetzt endlich wieder soweit: Ich geh auf Reisen! Zur Zeit ist alles noch etwas chaotisch, und ich frage mich, ob ich mit dem Packen wohl rechtzeitig fertig werde..aber meine Begeisterung für den Trip nach Trinidad und Tobago ist ungetrübt, und ich FREU FREU FREU mich auf den Urlaub!! Bis ganz bald *aus der Karibik*, J ... Nach einem halben Jahr Arbeit und Vorfreude ist es jetzt endlich wieder soweit: Ich geh auf Reisen!

Zur Zeit ist alles noch etwas chaotisch, und ich frage mich, ob ich mit dem Packen wohl rechtzeitig fertig werde..aber meine Begeisterung für den Trip nach Trinidad und Tobago ist ungetrübt, und ich FREU FREU FREU mich auf den Urlaub!!

Bis ganz bald *aus der Karibik*, J

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Krawall und überhaupt tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=25&entryid=161278 2009-05-15T14:20:32Z 2009-05-15T14:20:32Z Ich weiss echt nicht, was hier eigentlich im Moment los ist, aber hier ist augenscheinlich eine Art Vogelplage ausgebrochen… Jeden Abend sammeln sich an der Hauptstrasse meines Viertels, die von Bäumen gesäumt ist, riesige Vögelschwärme und lassen sich schnatternd und kreischend auf den Bäumen nieder. Wie es *unter* den Bäumen dann aussieht, goes without saying :-) Auf der ganzen Strasse riecht es abends wie im Affenhaus, und der Lärm ist wirklich atemberaubend. Naja, und so hat sich die Stadt was ganz ... Ich weiss echt nicht, was hier eigentlich im Moment los ist, aber hier ist augenscheinlich eine Art Vogelplage ausgebrochen…

Jeden Abend sammeln sich an der Hauptstrasse meines Viertels, die von Bäumen gesäumt ist, riesige Vögelschwärme und lassen sich schnatternd und kreischend auf den Bäumen nieder. Wie es *unter* den Bäumen dann aussieht, goes without saying :-) Auf der ganzen Strasse riecht es abends wie im Affenhaus, und der Lärm ist wirklich atemberaubend. Naja, und so hat sich die Stadt was ganz Raffiniertes einfallen lassen, um der Lage Herr zu werden :

Schießkommandos!!

Als ich vor 2 Tagen im Internetcafé an besagter Vogelstrasse sass, gab es draussen plötzlich einen unglaublichen Knall. Alle haben sich total erschreckt, und einer lief zum Fenster und meinte dann beruhigend „Ein Schuss!!“. Mir liefs erstmal eiskalt den Rücken runter, und ich war direkt froh dass die Typen im Internetcafé mich inzwischen gut kennen, und mir im Zweifelsfall sicher Schutz vor dem marodierenden Pöbel bieten würden, den ich mir sofort vorstellte - denn draussen auf der Strasse brach Hektik aus, und mehrere Leute riefen irgendwas durcheinander..

Nach einem Blick aus dem Fenster dann die verwunderliche Auflösung : mehrere Männer in Arbeitskleidung und mit offiziellen Fahrzeugen standen unter den Bäumen entlang der Strasse und *schossen ins Geäst*!! Einer hatte einen grossen Apparat aus dem elektrische Vogelgeräusche kamen - das sollte die Vögel wohl alle zu einer Stelle locken, und die anderen ballerten in die Schwärme hinein. Abgesehen von den lauten Knarren knallten die Vögel mit einigem Lärm auf die unter den Bäumen geparkten Autos runter.

Ein grausliches Spektakel. WAS ist eigentlich *los* mit den Franzosen??! Sie schiessen mit Kanonen auf Spatzen, Muhaha. Ich habe dann meine Internet-Session abgebrochen und bin schleunigst nach hause gegangen.

Aber auch sonst war diese Woche bisher etwas beunrhigend im Gesamtverlauf : Auf meiner Station gibt es tatsächlich eine Patientin mit Creutzfeld-Jakob! Ich finde es ganz furchtbar, das mit anzusehen - vor allem weil man einfach nicht wirklich etwas machen kann. Anfangs dachte ich noch, ich hätte es falsch verstanden, aber sie sind sich tatsächlich sicher, und es kommen eigentlich auch keine anderen Differentialdiagnosen mehr in Frage. Ich wusste bisher, dass es diese Krankheit zwar gibt, aber ich hätte gedacht dass sie noch viel viel seltener ist, und man sie daher im Prinzip nie zu Gesicht bekommt. Tja, und plötzlich liegt diese Patientin da, und ich finde es sehr schwer zu begreifen.

Ebenso verwirrend wie die Tatsache, dass genau auf meiner Station eine andere ERASMUS-lerin liegt, bei der man jetzt eine Multiple Sklerose festgestellt hat. Das ist doch einfach nicht mehr normal. Wie heisst das in der Statistik so schön - „Überzufällige Häufung“ ?!

Ich arbeite derweil so gut ich kann am Stoff weiter, inzwischen hat ja das HNO-, Augen- und Psychiatrie-Enseignement angefangen, und ich merke dass ich mich wirklich reinhängen muss, um der Lage (auf französisch) Herr zu werden. Da es hier ja leider keine Multiple-Choice-Fragen in den Prüfungen gibt, sondern ausschliesslich klinische Fälle mit Prosa-Fragen, und wahrscheinlich pro Fach noch eine praktische Prüfung (Anamnese, klinische Untersuchung etc), muss man sich irgendwie doch ganz anders vorbereiten als in Deutschland. Mal sehen wie es wird, ich versuche es auf jeden Fall, so gut ich kann..

Leider drehen sie gerade im Sprachkurs total am Rad, und abgesehen dass ich diese Woche aus Spass an der Freud einfach mal 6 (!!) statt wie sonst 4 Stunden Sprachkurs hab, kriegen wir jetzt in jeder Sitzung eine lächerliche Menge an Hausaufgaben auf - für den schriftlichen Kurs zum Beispiel sollen wir als Hausaufgabe gleich *DREI* Resumés schreiben, statt wie sonst eines. Ist natürlich auch klar, dass genau *mein* Kurs von einem hoch-eloquenten Privatschullehrer geleitet wird, der sich scheinbar zum Ziel gesetzt hat, aus uns unkonzipierten Haufen eine Art Ausländer-Elite zusammenzuschneidern. Und da darf natürlich kein trivialer (=gut verständlicher) Text in unseren Unterrichtseinheiten vorkommen!

Nun ja, so läuft das Leben hier weiter vor sich hin, und ich freue mich auf die Weihnachtsferien.

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... tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=24&entryid=161277 2009-05-15T14:19:07Z 2009-05-15T14:19:07Z Nach langer Zeit melde ich mich doch mal wieder.. Hier ist es plötzlich ganz kalt geworden, und da es jetzt früh dunkel wird kommt es mir manchmal vor als endeten meine Kurse nachts. Wider Erwarten verfügt das Wohnheim doch über eine funktionierende Heizungsanlage, und so sind wir in unseren Zimmern bisher doch noch nich erfroren wie zunächst befürchtet.. Nach dem Heimaturlaub ist das Wiedereinleben schwer, aber nach wie vor sind alle sehr nett hier und das ist ja schon mal garnicht ... Nach langer Zeit melde ich mich doch mal wieder.. Hier ist es plötzlich ganz kalt geworden, und da es jetzt früh dunkel wird kommt es mir manchmal vor als endeten meine Kurse nachts. Wider Erwarten verfügt das Wohnheim doch über eine funktionierende Heizungsanlage, und so sind wir in unseren Zimmern bisher doch noch nich erfroren wie zunächst befürchtet..

Nach dem Heimaturlaub ist das Wiedereinleben schwer, aber nach wie vor sind alle sehr nett hier und das ist ja schon mal garnicht schlecht :-) Gestern nacht gegen halb 3 wurde ich denn auch prompt von einer fröhlichen Horde französischer Studenten zu einem Nacht-Bier eingeladen - Wohnheim ist einfach klasse ;-) Für alle, die sich aufgrund der scheinbar dramatischen Nachrichten über die Lage hier Sorgen um mein Leibeswohl machen : Rennes ist und bleibt eine kleine Stadt, und bis auf ein paar brennende Mülltonnen vor dem Wohnheim, einigen Feueralarmen und den obligatorischen Auto-Alarmen jede Nacht ist hier eigentlich alles wie immer :-) Na gut, nachts rumort jetzt manchmal der Pöbel durch die Gassen, aber da ich nachts nich in den Gassen unterwegs bin kann mir das ja nu auch herzlich egal sein. Letzte Woche hingen an der Uni Plakate die die Studenten zu einem Protest gegen die Ausrufung (sagt man das so? ich hab keine Ahnung) des Notstandes aufforderten, aber das fand ich angesichts der wirklich nicht besorgniserregenden Lage wirklich etwas übertrieben.

Was die Uni betrifft, bin ich nach wie vor in der Neurologie, allerdings haben wir jetzt nachmittags Kurse in Hals-Nasen-Ohren- (O.R.L.) und Augenheilkunde, sowie in Psychiatrie. Die Visisten dauern mit dem neuen Oberarzt immer ewig lange, und trotzdem wundern sich die französichen Studenten, wenn ich nach geschlagenen 3 Stunden einfach keine Lust mehr hab. ich hab das Gefühl, sie sind einfach einiges schmerzfreier als ich.. Das Gute ist, das es nach jeder (!) Visiste immer Kuchen gibt (von den Studenten gebacken und mitgebracht, versteht sich - wär sonst ja auch zu schön gewesen), und man dann beim Schmausen noch einige CT's anschaut und der Oberarzt einem ein paar Spezialfälle erklärt. Also SO kann ich arbeiten :-)

So, das wars schon wieder von mir. So viel Neues gibt es nicht - letztlich ist ja doch alles auch einfach Alltag, auch wenn es weit weg und in einer anderen Sprache ist. Sobald man einer regelmässigen Tätigkeit nachgeht, hat man schon verloren und der Alltag holt einen gnadenlos ein :-) Also: nen schönen Gruss von mir und bis bald! J

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Wieder in Rennes tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=23&entryid=161276 2009-05-15T14:17:23Z 2009-05-15T14:17:23Z Ich bin nach erneuter ganztägiger Stressreise (mit Saufkopp und Astralkopfschmerz - und massenweise Gepäck - in verschiedenen Zügen) gestern abend wieder in Rennes angekommen. War vorher in der Metro in Paris äusserst unelegant im allgemeinen Rush-Hour-Gedränge die Treppen hoch (zum Glück) gefallen, leider halt mit knapp 20kg auf dem Rücken, und guten 8kg auf dem Bauch (das mit dem Gleichgewicht ist natürlich nicht unbedingt einfacher mit 2 Rucksäcken) Danach konnte ich kaum mehr laufen, weil mein rechtes knie arg was abbekommen hatte. Herrlich, ... Ich bin nach erneuter ganztägiger Stressreise (mit Saufkopp und Astralkopfschmerz - und massenweise Gepäck - in verschiedenen Zügen) gestern abend wieder in Rennes angekommen.
War vorher in der Metro in Paris äusserst unelegant im allgemeinen Rush-Hour-Gedränge die Treppen hoch (zum Glück) gefallen, leider halt mit knapp 20kg auf dem Rücken, und guten 8kg auf dem Bauch (das mit dem Gleichgewicht ist natürlich nicht unbedingt einfacher mit 2 Rucksäcken)
Danach konnte ich kaum mehr laufen, weil mein rechtes knie arg was abbekommen hatte.
Herrlich, herrlich, die Stimmung wieder auf dem absoluten NULLpunkt, sass ich dann mit motz- und Kotzlaune im Zug nach Rennes (in dem nur noch 1.Klasse-Plätze für über 80Euro übrig waren!)

Heute morgen fing dann für mich der Ernst des Lebens endlich an - mein Blockpraktikum in der Neurologie. Hier hab ich auch endlich die ersten Studenten näher kennengelernt, die mich total nett empfingen und mir alles echt super erklärt haben. konnte mir einen ersten überblick darüber machen, wie man hier in Frankreich ein Anamnesegespräch führt (erstaunlicherweise hab ich alles super verstanden und konnte sogar völlig ohne Verständigungsprobleme eigene Fragen stellen!), und wie man dieses dann gemeinsam mit den Untersuchungsergebnissen dokumentiert. Werde in den nächsten Tagen meine eigenen Patienten zugeteilt bekommen, die ich erst aufnehmen, und dann täglich nachkontrollieren, sowie bei den Visiten vorstellen muss. Kann kaum glauben, dass ich das tatsächlich mache - alles auf französisch! Wie schon in der augenheilkunde sind die Ärzte in der Neuro total nett und heute hat einer den Studenten eine CD-Rom mit Powerpoint-Präsentationen und anderen Unterlagen zu den Fächern unserer Blockpraktikums-Einheit gegeben. Diese Unterlagen ersetzen das Lehrbuch und sind somit Gold wert - und das für lau, und vom Oberarzt selbst ausgearbeitet! Also DAS nenn ich nett zu den Studenten! Bin sehr zufrieden, heute nachmittag erwartet uns noch eine Vorlesung, und heute abend muss ich dann schnell noch meine 'Hausaufgaben' für den Sprachkurs machen... - Wer hat eigentlich gedacht, dass das hier SO viel Arbeit wird?? Also *ich* nicht! :-))

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Lebenszeichen aus Rennes tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=22&entryid=161275 2009-05-15T14:16:07Z 2009-05-15T14:16:07Z Tja, jetz bin ich schon eine Woche in Rennes, und habs bisher tatsächlich nich geschafft, an meinem Blog weiterzuschreiben..Um ganz genau zu sein, wir das jetz auch kein besonders langer Besuch, denn ich muss in exakt 25Minuten bei der Arbeit sein! :-)) Naja, wollte hiermit nur mal kurz ein Lebenszeichen von mir geben und sagen dass es mir gut geht und alles soweit okay ist. Ich hoffe ich schaffe es später endlich mal in Ruhe zu schreiben... Bis dahin, Gruss+Kuss, J ... Tja, jetz bin ich schon eine Woche in Rennes, und habs bisher tatsächlich nich geschafft, an meinem Blog weiterzuschreiben..Um ganz genau zu sein, wir das jetz auch kein besonders langer Besuch, denn ich muss in exakt 25Minuten bei der Arbeit sein! :-))

Naja, wollte hiermit nur mal kurz ein Lebenszeichen von mir geben und sagen dass es mir gut geht und alles soweit okay ist.

Ich hoffe ich schaffe es später endlich mal in Ruhe zu schreiben... Bis dahin, Gruss+Kuss, J

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Paris... tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=21&entryid=161274 2009-05-15T14:14:28Z 2009-05-15T14:14:28Z So... nach einer schoenen und anstrengenden Woche im Kreis lieber Freunde in Duesseldorf bin ich heute abend von Koeln-Bonn aus nach Paris geflogen. Der Flug war nett, hatte am Gate eine sehr nette Deutsche kennengelernt, und wir haben die gesamte Zeit geplaudert. Paris ist sehr anstrengend wie ich finde, das Bahnnetz kann es was Strecken-Wirrwarr und Kabelsalat betrifft ganz locker mit London aufnehmen! Naja, hab mir den Weg vom Flughafen Charles de Gaulle nach zum Gare Montparnasse gebahnt (eine wunderschoene Gegend ... So... nach einer schoenen und anstrengenden Woche im Kreis lieber Freunde in Duesseldorf bin ich heute abend von Koeln-Bonn aus nach Paris geflogen. Der Flug war nett, hatte am Gate eine sehr nette Deutsche kennengelernt, und wir haben die gesamte Zeit geplaudert.

Paris ist sehr anstrengend wie ich finde, das Bahnnetz kann es was Strecken-Wirrwarr und Kabelsalat betrifft ganz locker mit London aufnehmen! Naja, hab mir den Weg vom Flughafen Charles de Gaulle nach zum Gare Montparnasse gebahnt (eine wunderschoene Gegend uebrigens, mit ausschliesslich alten Hausern und belebten Gassen und vollen Strassencafés sogar um diese Zeit..) Hab hier wie erwartet festgestellt dass der letzte Zug bereits laengst abgefahren war, und so stand ich nun vor der Frage der Unterbringung... Hab voellig fix und fertig (ich schleppe immerhin 4 *schwere* Gepaeckstuecke mit mir herum!) bei einem Buedchenverkaeufer nach Rat bezueglich guenstiger Hotels gefragt. UNd siehe da - er wollte eh grad den Laden dichtmachen und hat dann gemeinsam mit einem Freund meine 'Betreuung' uebernommen :-) Erstmal wurde ich zur zuginformation zurueckgeschleppt, um genaueres ueber die verbindung zu erfragen. Dann wurde der Warteraum des Bahnhofs als nicht standesgemaesse Unterbringung befunden und die naechste halben Stunde verbrachten wir damit, verschiedene Bahnhofsangestellte nach guenstigen Hotels zu befragen. Schliesslich haben sie mit mir mehrere Hotels in unmittelbarer Naehe zum Bahnhof abgeklappert und schliesslich haben wir auch eins gefunden : hab also jetzt ein Mini-Zimmer im 6. Stock (in Worten : SECHS), ohne Aufzug, versteht sich. Mein Gepaeck wurde dann aber auch ganz hoeflich nach oben geschleppt, und zum Abschluss wurde ich noch zu einer Limonade und einer Pizza eingeladen (in einem kleinen Café an der Ecke, wo wir irgendein Fussballspiel angesehen haben. :-) Es war sehr lustig, und es wurden in keinster Weise unangebrachte Avancen gemacht, wenn ihr versteht was ich meine! Naja, der eine hat mir dann noch die telefonnummer seiner schwester gegeben, die in rennes mit ihrem mann und kindern lebt und die ich anrufen soll, falls ich schzwierigkeiten habe! Na, also DAS nenn ich doch mal wieder voelkerverstaendigung ;-)) Also, alles prima, morgen frueh gehts nach rennes und ich freu mich! Gute Nacht allerseits! Kuss, Ju

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Ferienende, oder : Kuching - KL - Dubai tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=20&entryid=161273 2009-05-15T14:12:57Z 2009-05-15T14:12:57Z Gestern abend hab ich zum letzten Mal im 'Junk' gegessen, zum letzten Mal die Einrichtung und Athmosphaere genossen, dann spaeter noch mit der ganzen Belegschaft ins '99'. Alles voller aufgedrehter chinesen in partylaune. Auf der ganzen Reise hab ich mich noch nie so auslaendisch gefuehlt :-) An meinem Tisch war der Uebergang von gepflegtem Anstossen auf den Abschied zu einfachem Kampftrinken fliessend, und ich hab mit grossen Augen zugesehen, wie Runde um Runde 'One Go!' "gespielt" wurde - heisst, sich ... Gestern abend hab ich zum letzten Mal im 'Junk' gegessen, zum letzten Mal die Einrichtung und Athmosphaere genossen, dann spaeter noch mit der ganzen Belegschaft ins '99'. Alles voller aufgedrehter chinesen in partylaune. Auf der ganzen Reise hab ich mich noch nie so auslaendisch gefuehlt :-) An meinem Tisch war der Uebergang von gepflegtem Anstossen auf den Abschied zu einfachem Kampftrinken fliessend, und ich hab mit grossen Augen zugesehen, wie Runde um Runde 'One Go!' "gespielt" wurde - heisst, sich Glaeser mit mutwillig zusammengekippten hochprozentigen Mixgetraenken auf Ex hinter die Binde zu kippen - im Akkord und um die Wette. Mir war schon vom zugucken schlecht .. :-) Das Spiel erfreut sich aber groesster Beliebtheit unter den Chinesen, und das schien auch nich nur an unserem Tisch so gewesen zu sein : insgesamt 3 Pruegeleien auf der Strasse vor dem Club, schliesslich kam die Polizei.. Bin dann irgendwann mal in den Club um mich da umzusehen, und weils mir draussen zu wuest wurde. -Ich kann meine Eindruecke in einem Satz zusammenfassen : 200 ravende Chinesen legen Club '99' in Schutt und Asche! Das Ende vom Lied waren vollgepinkelte Waschbecken (!!!Noch Fragen??!!) im Damenklo und eintraechtig kotzende Kampftrinker - ach ja, und die Frage, *was genau* ich hier eigentlich mache.. :-)) Naja, gegen 2 uhr wurde eintraechtig die Einnahme eines naechtlichen Snacks beschlossen - also auf quer durch die Stadt im Autokonvoi (WER da WIE gefahren ist, will ich lieber garnich wissen!), zu einem kleinen herzerweichend dreckigen chinesischen Restaurant. Aber nun - lang lebe der Gruppenzwang : also auch schnell ein paar Nudeln reingepfiffen und dann endlich ab nach hause. Im Hostel angekommen durfte ich zu meiner Ueberraschung feststellen, dass sich in 'meinem' Zimmer eine alte Frau befand - die war zumindest vorher noch nich dagewesen.. Naja, aber das ist das komische am Dorm room : man weiss eigentlich nie so genau, wer da noch so pennt, und es kann sein dass einem beim naechsten Betreten des Zimmers unbekannte Gesichter entgegenblicken :-) Nach einigen eher unruhigen Stunden Schlaf machte sich dann heute morgen (um *halb sieben* wohlgemerkt) die alte Frau unangenehm bemerkbar : Da wurden frisch die Beine aus dem Bett geschwungen (nach mehrfachem *unueberhoerbarem* Weckerklingeln versteht sich), und schon - wie sollte es auch anders sein- ging der erste Griff des Tages natuerlich treffsicher zum Lichtschalter. Ich weiss nicht *was* sie in der naechsten dreiviertelstunde gemacht hat, aber es hatte auf jeden fall was mit mehrfachem klangvollen tuerknallen und eifrigem tuetenknistern zu tun. Ich habe die Begeisterung erfunden.

Auf dem Weg nach KL : Mein Uebergepaeck wurde grosszuegig durchgewunken, allerdings stellte die Officerin beim Durchleuchten meines Handgepaecks entgeistert fest, dass es sich bei dem hoelzernen Kunstgegenstand den ich mitfuehren wollte um eine "Waffe" (Originalzitat) handele, die ich unter keinen Umstaenden mit in die Kabine nehmen duerfe. (Um genau zu sein, handelt es sich um eine geschnitzte Gardinenstange) Umgehend wurde ich zum Check-In zurueckgeschickt. Mein Handgepaeck (bis auf die Stange) durfte ich allerdings *nicht* mitnehmen. Trotz meines herzhaften Misstrauens in die offizielle Beaufsichtigung meines Handgepaecks fuegte ich mich aufgrund des eindeutigen Mangels an Alternativen, und dackelte zum Check-In zurueck... - nur um festzustellen, dass dieser fuer *meinen* Flug bereits geschlossen war. Wie gesagt : Ich habe die Begeisterung erfunden. Nach einigen Negotiations mit dem Wuerdentraeger hinter dem Schalter bin ich meine Stange dann aber doch noch losgeworden und hab den Flug gerade noch gekriegt.

KL : Ankunft mittags, kurz nach 2. Wieder mal ziemlich platt und mit massenhaft gepaeck schlurf ich durch den Flughafen. Auf der Suche nach einem Locker fuer mein Gepaeck wurde ich von einem windigen Geschaeftsmann abgefangen, der mir fuer 70 Ringgit (?!) eine 'Aufbewahrung an einem sicheren Ort' verkaufen wollte. *Wo* dieser geheimnisvolle Ort sein soll wollte er mir aber nicht verraten, und mitkommen und *sehen* wo mein Gepaeck gelagert wird, ging auch ueberhaupt nicht. Auf meine Frage nach einem Locker, in den ich *selbst* mein Gepaeck einfuelle und dann *selbst* den Schluessel behalte, hat er mich doch tatsaechlich ausgelacht und behauptet sowas gaebe es nich! Dabei stand der Riesenarsch genau mit dem ruecken zu dem entsprechenden Schalter (der halt nur als solcher nich direkt erkennbar war). Als ich mcih ueber seine Methoden beschwert hab, war er beleidigt, und da hab ich beschlossen, lieber einen Tag mit meinem Kram durch KL zu schleppen als ihn diesem Lurch zu ueberlassen! Am ende hab ich dann doch noch eine offizielle Verwahrungsstelle gefunden und konnte unbeschwert in richtung stadt losstarten. Meinen letzten Tag in KL hab ich mit schlendern und shoppen verbracht, und hab sogar nochmal ein paar richtig nette und interessante Leute kennengelernt so kurz vor Schluss :-)

Jetzt bin ich in Dubai, hier ist es kurz nach 7 morgens und ich warte auf meinen Weiterflug.. Der Flug von KL hierher war total anstrengend, eine reihe weiter sass ein Junge mit bellendem Husten, der mich nach einigen stunden dann langsam aber sicher *weichgekocht* hatte. Aus unerklaerlichen Gruenden wurde auch zwischendurch staendig das Deckenlicht angemacht, und alle naselang wurde ich fuer irgendeinen belanglosen snack aus dem tiefschlaf erweckt (oder damit ich meinen sitz nach vorne beugen soll -der hinter mir koenne *seinen* snack sonst nicht geniessen) Bitte?!! Nun ja, gleich gehts weiter - man darf gespannt sein.. Bis spaeter, J

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Lungern in Kuching tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=19&entryid=161272 2009-05-15T14:09:09Z 2009-05-15T14:09:09Z Halli hallo, man glaubt es kaum - wer mich da alles so besuchen kommt in meiner kleinen bescheidenen behausung.. ;-) Freut mich, freut mich! Hoffe euch gehts allen gut! Man mag es ja kaum fuer moeglich halten in anbetracht meiner ausgiebigen Rundreise durchs ganze land in den letzten wochen - aber meine letzten tage hier in malaysia hab ich tatsaechlich in Kuching komplett und *ausschliesslich* mit lungern verbracht :-) Hab kein Museum angeguckt, und keine historischen Staetten besichtigt, auf die Tempel ... Halli hallo, man glaubt es kaum - wer mich da alles so besuchen kommt in meiner kleinen bescheidenen behausung.. ;-) Freut mich, freut mich! Hoffe euch gehts allen gut!

Man mag es ja kaum fuer moeglich halten in anbetracht meiner ausgiebigen Rundreise durchs ganze land in den letzten wochen - aber meine letzten tage hier in malaysia hab ich tatsaechlich in Kuching komplett und *ausschliesslich* mit lungern verbracht :-) Hab kein Museum angeguckt, und keine historischen Staetten besichtigt, auf die Tempel hatte ich auch keine grosse Lust, und fuer laengere Fahrten war dann doch die Zeit zu knapp.. Abgesehen davon hab ich mich in den letzten tagen einer bleiernen muedigkeit ausgeliefert gesehen, die wohl vom ewigen Aufraffen, Sachen packen, Weiterreisen, Ankommen, Auspacken, Aufraffen, Sachen packen.... kommt. Nunja, so hab ich denn den Entschluss gefasst, fuer den rest meiner reise einfach *garkeine* entschluesse mehr zu fassen ,sondern einfach an Ort und stelle zu verbleiben :-) Und so hab ich es dann auch gemacht - und irgendwie ist die Zeit total schnell verflogen zum Schluss..

Die Abende habe ich immer im "Junk" oder sonst wo mit George und seinen Freunden verbracht, mit vielen Bieren, schoener Musik und ebenso guten Gespraechen. Was ich tagsueber eigentlich so gemacht hab weiss ich irgendwie schon garnich mehr so recht, aber ich hab mich tatsaechlich einfach zu platt gefuehlt, um noch nach Singapore und Melaka weiterzufahren wie urspruenglich geplant.. So werde ich denn morgen frueh hier in Kuching meinen Flug nach KL nehmen, und dort noch einen ganzen Tag verbringen, bis abends (gut, keine Beschoenigungsversuche : Nachts um 2..) mein Flug ueber Dubai *nach hause* geht!! Ich muss ganz ehrlich sagen, ich stehe meiner Rueckreise mit gemischten Gefuehlen gegenueber - nach hause kommen nach laengerer Zeit ist doch immer irgendwie komisch...und schoen..und kalt..weiss auch nich - schaun wir mal ;-)

Tja, mehr gibts an dieser Stelle eigentlich garnicht zu sagen, ausser : Schoenen Gruss und bis bald, und : Holt mich eigentlich einer ab?!?

Ach ja, und : Danke fuer den Fisch! ;-) *nur fuers Riddle*

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KK - Kuching tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=18&entryid=161271 2009-05-15T14:07:09Z 2009-05-15T14:07:09Z Nach einer weiteren ziemlich durchzechten Nacht in KK (zu einem zeitpunkt in der nacht fand ich mich aus vollem hals singend in einer karaoke-bar wieder - any questions??) haette ich heut morgen fast meinen Flug verpennt :-) Hab dann einfach drei zaehne zugelegt und es gerade noch geschafft :-) Mit einem ausgesuchten MINIflugzeug gings erstmal nach Sibu in Sarawak. Da musste man dann kurz aussteigen, durch die Passkontrolle, und hinter dem schalter wieder rum - zurueck ins gleiche Flugzeug. Wer ... Nach einer weiteren ziemlich durchzechten Nacht in KK (zu einem zeitpunkt in der nacht fand ich mich aus vollem hals singend in einer karaoke-bar wieder - any questions??) haette ich heut morgen fast meinen Flug verpennt :-) Hab dann einfach drei zaehne zugelegt und es gerade noch geschafft :-) Mit einem ausgesuchten MINIflugzeug gings erstmal nach Sibu in Sarawak. Da musste man dann kurz aussteigen, durch die Passkontrolle, und hinter dem schalter wieder rum - zurueck ins gleiche Flugzeug. Wer hat sich *das* nur wieder ausgedacht? Keiner weiss es :-) Naja, der Flug war echt rumpelig, udn zwischenzeitlich war ich mir nich mehr ganz so sicher, ob wir nicht vielleicht *doch* noch einen kleinen schlenker durchs unterholz machen wuerden vor der landung. Apropos landung - die hatte denn auch mehr so den charakter von : Flugzeug ueber die landebahn justieren, so schnell wie moeglich einige meter absacken - und alles loslassen! In Kuching angekommen hab ich erstmal ernsthaft ausschau gehalten nach jemandem der mich abholen kommen wuerde - what was I thinking?! :-) Bin etwas verwoehnt von KK, da haben sie einen ja immer ueberall hingefahren - und eben auch wieder eingesammelt. Naja, bin dann mit einem supernetten und ueberaus redefreudigen taxifahrer in die stadt gefahren, und hab erstmal ewig nach einer unterkunft gesucht. die meisten Hostels und Hotels waren zwar bezahlbar, aber far from *bewohnbar*! Am ende hab ich mich im mandarin hotel einquartiert, auch ne ziemliche kaschemme, aber wenigstens sauber. Also gut. Hab in einem chinesischen Hawker Store herzerweichend leckere nudeln gegessen, und bin jetz (ueberraschung) im internet cafe. Leider hab ich irgendwie das gefuehl dass mich heute das geballte unkonzept einholt - ich hab *keinerlei* idee, was ich heut abend mache, und wo - und mit wem. Es war echt angenehm die letzten tage, da war ich ja meist in ner gruppe unterwegs, und wir waren uns eigentlich immer ziemlich einig, was wir alle am liebsten machen wollen ;-) Gestern nacht als ich im taxi nach hause gefahren bin, meinte der taxifahrer so (zum thema alleinreisende frau und sicherheit in malaysia) "You know, we are more quiet, never fight so much. And we not so tall. So when big person come, we Asians are scared and go away. hihihi!" Ich braeuchte mir also keine sorgen zu machen. Na dann is ja gut :-) Manchmal finde ich die hiesigen eigenarten einfach super -und manchmal machen sie mich einfach nur wahnsinnig :-) So, jetz geh ich mal gucken, was Kuching noch so zu bieten hat. Bis spaeter.J

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Travel is troublesome tag:travellerspoint.com,2009-05-15:/blog/?domain=jumana&thisblog_entryid=17&entryid=161269 2009-05-15T14:01:30Z 2009-05-15T14:01:30Z Gestern (mittwoch) hab ich aus dem shalini's guesthouse ausgecheckt und mich aufgemacht in richtung faehre - ab nach butterworth (also auf's festland zurueck), und von da mit dem bus nach kuala besut (dem abfahrtshafen fuer boote nach Perhentian Island).. Nach der arbeit wollte ich vorher noch schnell von der hauptpost aus ein paket nach hause schicken, damit ich nich so schwer zu schleppen hab.. Ebenso aetzend wie ueberraschen stellte sich das als hochkompliziertes Unterfangen heraus, und bald stand ich voellig fertig, ... Gestern (mittwoch) hab ich aus dem shalini's guesthouse ausgecheckt und mich aufgemacht in richtung faehre - ab nach butterworth (also auf's festland zurueck), und von da mit dem bus nach kuala besut (dem abfahrtshafen fuer boote nach Perhentian Island)..

Nach der arbeit wollte ich vorher noch schnell von der hauptpost aus ein paket nach hause schicken, damit ich nich so schwer zu schleppen hab.. Ebenso aetzend wie ueberraschen stellte sich das als hochkompliziertes Unterfangen heraus, und bald stand ich voellig fertig, mit zausem haar und wutknoten im bauch vor dem ahnungslosen postbeamten. das verschicken von paketen ist hier ein hochkomplexer vorgang, der sich im wesentlichen in folgende arbeitsschritte unterteilt :

1. frohen mutes rein in die post, 2. anliegen vorbringen (mehrfach) , 3.warten bis der beamte zuende mit seiner frau telefoniert hat , 4. anliegen vorbringen,moeglichst laut und deutlich, 5. paket ueber den schalter schieben, 6.warten bis der beamte zu ende mit seiner kollegin gequatscht hat, 7. paket zuruecknehmen, zaehneknirschend einen schreibwarenladen suchen - braunes packpapier besorgen, 8. verschwitzt zur post zuruecktraben, paket einpacken, wieder ueber den schalter, 9. paket erneut zuruecknehmen, leise fluchend einen schreibwarenladen aufsuchen - bindfaden besorgen, 10. auf dem letzten loch pfeifend zur post zuruecktraben, paket verschnueren, wieder ueber den schalter, 11.formular ausfuellen (*JEDEN* gegenstand *EINZELN* auflisten, den das paket enthaelt...noch fragen??!!), 12.warten bis der beamte fertig mit seiner tante telefoniert hat, 13.sein letztes hemd fuer briefmarken ueber den schalter schieben, 14. fluchend versuchen nicht-mehr-so-wirklich-selbstklebende briefmarken auf dem paket zu befestigen, 15.paket ein letztes mal ueber den schalter, 16. einige feuerbaelle hinterherschicken - ***FERTIG!!***

Die preise sind total ueberteuert und die leute bei der post sind lahmarschig - dafuer sind sie aber wenigstens herzerweichend unfaehig, und sind eigentlich die meiste zeit mit quatschen und/oder telefonieren beschaeftigt oder glaenzen einfach gleich durch abwesenheit. zu allem ueberfluss wars auch noch superheiss gestern und ich hab mir froehlich arsch und zwirn zusammengeschwitzt. herrlich! :)

Hab dann wie gesagt mein hostel gekuendigt und mich mit sack und pack auf den weg zur faehre gemacht. eine ganz schoene tour, aber mit der faehre ueberzusetzen war wirklich aeusserst angenehm..-ich fahre sehr gerne mit booten, und zuegen und bussen :-) naja, in butterworth angekommen, war der angenehme part dann auch schlagartig wieder vorbei : also so einen schaebigen, widerlichen und duesteren busbahnhof hab ich ja wirklich noch nie gesehen! Er liegt auf einem dreckigen schlecht beleuchteten parkplatz unter einer bruecke, mitten im industriegebiet und direkt an der faehren-anlegestelle..Man findet nix und niemanden, weil es einfach zu dunkel ist und hinweisschilder oder information gibt es auch keine. nur sehr viele ueberwiegend fragwuerdige bis zwielichtige gestalten, schroffe 'bus-schreier' (die aggressiv um jeden fahrgast werben indem sie laut schreien wo sie hinfahren und einen im zweifelsfall auch mal am weitergehen hindern bis sie feststellen dass man schon ein ticket hat und somit eh aus der zielgrupe faellt) und auch sonst viel gesindel, neben den fahrgaesten. Es war einfach alles super dreckig da, und nachdem ich weder meinen bus noch meine reiseagentur finden konnte, mir mehrere bus-schreier in die ohren gebruellt haben und mir zum kroenenden abschluss auch noch die kakerlaken um die fuesse liefen, hab ich mal spontan beschlossen, dass es mir reicht! hab mir dann einen bus-schreier gesucht und solange in gleicher lautstaerke zurueckgeschrien, bis er mich erhoert hat und mir erklaerte wie ich meinen bus finden kann. Ich war echt froh, als ich endlich im bus sass , und hab auch direkt ein paar nette leute kennengelernt - 1 alleinreisendes maedel aus england, ein englisches paerchen und einen hollaender der eine weltreise macht. die busfahrt war dann auch zunaechst ganz angenehm, hab erst einwenig mit den leuten geplaudert und bin dann ziemlich bald eingepennt...um 4 uhr morgens wurden wir dann ploetzlich geweckt, und ziemlich schroff dazu aufgefordert, jetzt sofort (schnell, schnell) den bus zu wechseln. wir waren alle voellig verwirrt und schlaftrunken, und zum glueck war ich noch geistesgegenwaertig genug, um meinen rucksack auch umzuladen - der waer sonst wahrscheinlich ohne mich ins nirgendwo weitergereist.. war alles etwas komisch, aber richtig komisch wurde es dann, als wir um halb 6 in einem kleinen, gottverlassenen staedtchen mit wenig beleuchtung und keiner menschenseele weit und breit ausgeladen wurden. haben uns mehrfach rueckversichert dass DAS auch wirklich kuala besut sei, und im endeffekt blieb nix weiter als darauf zu vertrauen. als der bus weg war, kamen dann auch tatsaechlich ein paar leute, und haben uns zu dem jeweiligen buero der agentur gebracht, ueber die man gebucht hatte.da hiess es dann erstmal warten - gute 1 1/2 stunden (mit rucksack auf dem schoss, weil der boden voller krabbelzeug war -kakerlaken inklusive), bis die boote eintreffen und uns rueber zur perhentian island bringen sollten.. in der zwischenzeit wollten ein paar leute und ich dann gerne noch schnell zur bank, durften dann aber feststellen, dass die naechste bank im knapp 25km entfernten jetty town ist..also, rein ins taxi und los. insgesamt waren wir zu viert - der weltreisende hollaender, ein sehr nettes norwegisches paerchen und ich - und binnen kuerzester zeit hatten auch alle ihr geld - ausser mir! irgendwas stimmte nicht, und ich konnte den automaten beim besten willen einfach nicht dazu bewegen, mir kohle auszuspucken. semi-verzweifelt bin ich dann wieder mit zurueck und hab den anderen gewunken als sie ins boot gestiegen sind (nur mal kurz am rande : auf perhentian gibt es keine bank und natuerlich auch keinen automaten)..ich hab mich dann im buero des reiseveranstalters auf dem sofa zusammengerollt udn knapp 2 stunden gewartet - bis endlich die banken aufmachten. wieder zurueck nach jetty town, aber auch am schalter - kein erfolg, keine kohle.. jetzt bin ich wieder in kuala besut, und warte darauf, dass die leute von der kreditkarten-company in deutschland mal langsam ihre aeuglein aufmachen und sich in ihr callcenter bewegen, damit ich sie anrufen und alles klaeren kann. Ja, reisen ist spass, und manchmal auch nicht! ;-)

hab eben beim mittagessen ein paar nette leute kennengelernt und mich (immer schoen optimistisch bleiben! ;-) fuer spaeter mit ihnen auf der insel verabredet - man darf gespannt sein, ob und *wann* ich da ankomme! also, drueckt mir die daumen und bis bald ! :-) gruss und kuss, und schluss!J

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