A Travellerspoint blog

Taman Negara - Nachtrag

Gestern morgen um 9.00h ging es los - wir wollten den Canopy Walk machen, und dafuer musste man erst einmal ca 1.5km fussmarsch durch den Regenwald hinter sich bringen. Es war sehr nett, man war dank der hohen luftfeuchtigkeit und natuerlich der temperatur direkt voellig verschwitzt, und kraxelte so den waldweg entlang :) Dann ging s auch schon ab auf den canopy walk, und in schwindelerregenden 25-50m ca 500m ueber die Baumkronen hinweg. Es war spannend, weil noch um einiges hoeher als der Canopy den ich aus Ghana kenne, aber die Aussicht von den Haengebruecken ist in Ghana dafuer um einiges besser. Nach dem Canopy Walk folgte der steile Aufstieg zum 'View Point'. Es war mehr eine Kletter- und Rutschpartie als eine Wanderung, denn es ging zum steil wirklich steil nach oben und man musste sich an seilen und aesten hochziehen. Nach ca 30 minuten hatten wir ueber 200 Hoehenmeter bewaeltigt. (war aber ganz klasse, ich mein wann ist man denn zum letzten mal auf allen vieren ueber baumstuempfe geklettert und mal so richtig schoen durch den matsch gerobbt? ;-) Klatschnass geschwitzt gabs am viewpoint dann erstmal eine Verschnaufpause, und man konnte auch endlich den ausblick in knapp 250m hoehe geniessen. Der Abstieg ueber den gleichen Weg war ziemlich rutschig und kaum minder anstrengend - und leider tat mir auch schon nach kurzer zeit mein knie weh :( Von der naechsten Weggabelung aus ging es dann weiter - tiefer in den Wald. Nach einer Stunde zuegigen Wanderns konnte man kaum noch sehen, wo der Weg verlaeuft, und wir begannen uns erstmals ernsthaft zu fragen, ob wir nicht vielleicht doch falsch gelaufen seien.. Es war ja nicht so, dass man nicht weiterlaufen konnte - nur welcher der *richtige* Weg war, das war voellig dem geneigten Ratefuchs ueberlassen. Anfangs haben wir noch versucht, mit Hilfe der Karte den Ueberblick (TM, muhaha) zu behalten. Aber schon nach kurzer Zeit endete dieser Versuch in einer ebenso froehlichen wie richtungslosen(true sense of the word? ;-)Diskussionsrunde a la : "naja, also wir *koennten* jetzt hier sein.." , "Ja, aber wir koennten auch hier oben sein..", - "hhm ja, kommt drauf an, wie weit wir schon gelaufen sind jetz...", "ja, also 800 meter?" , "2km?" , "???". Und es wurde sehr klar, dass angesichts der Nichtexistenz der von den Rangern versprochenen Wegweiser und auch sonstiger Anhaltspunkte der Gebrauch der Karte voelliger Nonsens war. Schliesslich wurde der Weg dann anhand knallharter rationaler Kalkulation fortgesetzt ("Ach nee, nich *schon wieder* bergauf!", "Nee, das sieht irgendwie nicht richtig aus.." - "warum?" - "Keine Ahnung.." - "ja okay, dann laufen wir da unten lang."), und schon bald wurde der Boden immer matschiger und das Unterholz immer dichter. Schliesslich kamen wir zu einer Stelle, an dem sich in einem Radius von ca 2m der ganze Boden bewegte - Termiten.Manche waren ueber 2 cm gross, und hatten eklig-schaurig-interessant dicke Koerper. Die meisten waren so um 1 cm, und vielleicht 3-5mm breit. Jetzt muss man vielleicht an dieser Stelle mal dazusagen, dass ich (frei nach dem Motto 'Nur die Harten kommen in den Garten' - oder den Wald??) als Einzige mit offenen Schuhen im Regenwald unterwegs war.. Bis dahin war das acuh kein Problem eigentlich - hab mich zwar ueberall angekratzt und geschnitten, aber das war ja nich weiter schlimm. Ploetzlich aber stand ich nun mit mehr oder weniger nackten Fuessen vor diesem unueberwindbaren Insektenmeer, und wusste, es fuehrt kein weg daran vorbei, mindestens 2 schritte *innerhalb* dieses Krabbelteppichs zu machen. Mir stand der Schweiss auf der Stirn und saemtliche mir zur Verfuegung stehenden Nackenhaare steil zu Berge. Der erste Schritt ging mitten hinein, und wie erwartet krabbelten sie mir sofort auf die Fuesse und in die Schuhe. Auf einem Bein balancierend musste ich dann tatenlos zusehen, wie mir diese riesigen Viecher empoert in die fuesse beissen. (Sie haben einen dicken kopf, und selbst aus Steh-Hoehe kann man deutlich ihre Mundwerkzeuge sehen.) - Es hat so ueberraschend weh getan, udn ich hab mich so geekelt, dass ich natuerlich als naechstes den Halt verlor, und - unvermeidlich - der Laenge nach in die Population hineingefallen bin. SO schnell bin ich noch NIE wieder auf den beinen gewesen!! :-) Bin dann einfach blindlings weitergerannt-gesprungen-gestolpert, habe dabei auch noch einen Schuh verloren und der zerbissene fuss hat gebrannt wie hoelle. Zum glueck kam jens aus der neuen kleinen 'reisegemeinschaft' mir zur hilfe und hat mir meinen schuh geholt. Wieder auf trockenem boden war ich schweissgebadet und mein ganzer Koerper hat richtig *geschlottert*. Und das hat auch die naechsten 10 minuten erstmal nicht mehr aufgehoert. Ich war wirklich fix und fertig, und als wir weiter liefen (ich immernoch zitternd) und sich ploetzlich herausstellte dass wir noch 1km, also noch mindestens eine Stunde Fussmarsch vor uns haben wuerden, wurde mir ganz anders. Nach einiger Zeit der wanderung durch den Matsch hatte ich mich dann schon wieder weitgehend beruhigt, als Jens ploetzlich anhielt um sich 'mal eben den Blutegel vom Bein zu machen'...Ja, okay, klar, warten wir eben..-BLUTEGEL????!!!!!! wie bitte, was bitte, wie jetzt ganz genau - ach du scheisse - BLUTEGEL??!! Und schon ein paar meter weiter kraeuselte sich der erste auch schon an *meinem* Schuh hoch! Beim Abstreifen an einem Ast fiel mein Blick auf gleich mehrere weitere Exemplare am Boden, und das war dann der Moment, in dem die Panik und *der blanke Horror* (TM) in meinem Hirn und Herz zu wueten begannen..Could it get any worse than this?! JA, aber sicher! :-) Denn das gesamte Resttueck der Strecke bestand aus feuchtem Matschboden (=Lieblings-Egel-Tummelplatz) und engem Dickicht.Und da habe ich dann auch zum ersten mal auf dieser Reise geheult - aus Ekel, aus einfach-fertig-mit-den-nerven und ich-will-JETZT-SOFORT-hier-raus-wenn-wir-nur-wuessten-wo-der-scheiss-weg-ist! Also was einzelne, meinetwegen auch dicke kakerlaken in meinem hostelzimmer, oder 4cm grosse Sandspinnen neben meinen nackten fuessen angeht, bin ich ja inzwischen relativ schmerzfrei - aber eine Armada von Krabbeltieren und schwarze, schnelle, mein-blut-saugen-wollende Wuermer war einfach zu viel fuer mich. In der letzten Stunde unserer Wanderung habe ich ca alle 2 minuten (no shit!) meine (ich darf kurz erinnern : *NACKTEN* fuesse) kontrolliert (so zum glueck auch mehrere egel rechtzeitig, also grade noch *auf* dem schuh entdeckt) und meine Fuesse samt schuhen in ca der halben Flasche Autan gebadet. Laura hat trotz festen Schuhen, langer Hose und sogar Socken gleich mehrere Egel an den Beinen gehabt - sie haben sich einfach *irgendwie* IN die socken gepopelt (also DAS nenn ich determined! :-) Am ende haben wir es dann irgendwann doch noch zurueck geschafft, und kamen verdreckt, verschwitzt und verklebt wieder zu unserem hostel zurueck.

Fuer den restlichen Tag hatte ich dann ganz offiziell die schnauze voll vom regenwald mitsamt seiner bewohner, also hab ich mich fuer den nachmittag fuer eine Fahrt auf dem Fluss und ueber die Stromschnellen angemeldet. Little did I know, dass es sich bei dem Boot um ein kleines hoelzernes Kanu handelte, dass ca 30cm aus dem wasser ragte :-) Es war sehr lustig, ich bin mit einem hollaendisch-suedafrikanischen Paar und einem Franzosen gefahren, und wir wurde alle nass bis auf die Unterwaesche, und wurden ordentlich durchgeschaukelt! Im vorbeifahren haben wir dann auch auf zwei sandbaenken eine 'Leopard Cat' (etwas kleiner als ein Schaeferhund, gleiches muster wie ein leo, aber kleinerer kopf und spitze ohren) und einen (Riesen)Waran gesehen (mit schwanz gute 2m lang). Nachdem wir einige zeit den fluss hinaufgefahren waren, hielten wir dann auf einer sandbank an, und sind (ich nach einigem zoegern, weil ich nich sicher war, obs in dem fluss nicht vielleicht *doch* das ein oder andere Krokodil gibt) im fluss schwimmen gegangen. Fands ziemlich abgefahren, weil die Stroemung stark und die sicht nach ca 10cm zu ende war, und an jedem ufer direkt der regenwald nach oben ging.

Fuer den spaeten abend hatten meine 'reisegruppe' und ich eine "River Night Safari" gebucht, bei der man mit genau so einem boot den fluss rauffaehrt und der guide mit einer grossen taschenlampe die baeume und sandbaenke nach tieren absucht. Wir waren insgesamt (trotz prasselndem regen zwischendurch) fast 3 stunden unterwegs, und haben einen Slow Loris (glotzaeugiger, ganz suesser Affe ohne Schwanz), eine Herde Wasserbueffel und ein "Giant Red Flying Squirrel" (groesser als eine dicke katze und wirklich knallrot :-) gesehen. Ich war zwar ziemlic muede, aber es war spannend (man konnte oft nur die augen von irgendeinem tier im unterholz sehen) und die geraeusche des naechtlichen waldes waren auch toll :-)

Posted by mefia 05:22 Archived in Malaysia Comments (0)

Perhentian Island - Taman Negara Nationalpark

Nach einigen schreibfreien tagen hab ich nun endlich mal wieder die moeglichkeit, ans internet zu kommen (auf der insel gab es nur ein cafe, und da hat man fuer eine halbe stunde soviel bezahlt, wie mein zimmer am tag gekostet hat!!)

Naja, nach allem vorher beschriebenen anreise- und geldabhebe-theater bin ich dann letzendlich aber doch noch gut auf den Perhentian Islands angekommen. Das sind zwei wunderschoene kleine Inseln, mit weissen Palmenstraenden und Regenwald im Inneren, und beide sind sie von Korallenriffen umgeben. Das wasser hat eine unglaubliche farbe - ganz tuerkis, echt wie im katalog! Es ist wie gesagt umwerfend schoen da, und darum fahren da auch sehr viele leute hin. vor allem die kleinere der beiden inseln ist eigentlich fast ausschliesslich von backpackern belagert, und da gerade hochsaison ist, kommt man in das fragwuerdige vergnuegen, den gesamten strand abzulaufen, und von hostel zu hostel pilgernd nach einer uebernachtungsmoeglichkeit zu suchen. (ich hatte das glueck, bei meiner anreise auf dem boot eine schwedische reisegruppe kennenzulernen, die mehrere befreundete hostelbesitzer auf der insel hatte - so hab ich dann fuer die erste nacht trotz meiner spaeten anreise noch ein zimmer gekriegt.) Die erste nacht habe ich in einer isolierten 1-raum-huette auf einem felsen gepennt, zu der man auch wirklich ausschliesslich ueber eben diese felsen gelangen konnte (am anfang dachte ich echt, die verarschen mich, aber zum schluss bin ich dann tatsaechlich mit meinem 16kg-Rucksack ueber die Felsen gekraxelt - keine ahnung wie :-) Ich hatte auch ehrlich gesagt nich so arg viel andere auswahl - an eben diesem abend sassen 25 (!!) leute mit ihrem gepaeck am strand fest weil sie kein zimmer mehr gekriegt haben! Am naechsten morgen hab ich die kraxeltour dann nochmal zurueck runter zum strand gemacht, und mir in aller herrgottsfruehe ein zimmer gesucht. Das war dann auch echt schoen, in einem holzbungalow direkt am strand (vielleicht 5m entfernt oder so), und mit einer durchgehenden terasse, auf der man sich prima zum quatschen mit seinen nachbarn treffen konnte. Ich hatte wirklich glueck, weil neben mir ein super netter belgier eingezogen ist, und auf der anderen seite eine kleingruppe aus oesterreich, und gegenueber wohnten ein paar nette englaender - nach 1,2 tagen war es wie eine kleine wohngemeinschaft :-) Der strand an dem ich gewohnt habe hiess Coral Bay, und zwar weil im wasser der gesamte boden mit korallen bedeckt war - zum schwimmen musste man erstmal ein bisschen reinlaufen, aber dafuer war der strand ziemlich ruhig und friedlich. Fuer mehr action (also strandparties insbesondere :-)) musste man einmal quer ueber die insel laufen, zum gegenueberliegenden strand 'Long Beach'. Der (einzige) weg war eigentlich mehr ein schmaler trampelpfad, der mitten durch den wald fuehrte. Vor allem nachts auf dem rueckweg eine, naja ich sag mal ganz neue erfahrung der etwas anderen art (man weiss ja nie, *was* einen da jetz nu eigentlich grade gekitzelt bzw in die fuesse gebissen hat.. :-) Beide straende sehen aus wie aus einem reiseprospekt ausgeschnitten, einfach malerisch, und abends wird am strand ein barbecue aufgebaut und man kann mit den fuessen im sand und manu chao im ohr frisch und open-air gekochtes essen geniessen. Am sonntag hab ich mich dann zu einer schnorcheltour aufgerafft - eine organisierte 'rundfahrt' zu 5 besonders schoenen tauch- und schnorchelplaetzen. Ich wusste irgendwie garnich was da auf mich zukommt, aber in paar nette leute die ich kannte wollten das machen, und da hab ich mich einfach spontan angeschlossen. Anfangs war es auch alles noch sehr entspannt - es ging morgens frueh los, und ich sass noch etwas verpennt im boot und hab mich ueber den wellengang gefreut. Irgendwann bin ich dann mal auf die idee gekommen, den bootsmann zu fragen, wo wir denn als erstes hinfahren. Da sagt der : "Shark Point" - BITTE???!!! Warum hat mir keiner bescheid gesagt??!naja, da waren wir dann auch schon angekommen, und haben genau an einer der stellen gehalten, die ich im vorbeifahren mit dem shuttleboot immer als recht gruselig empfunden hatte (hatte mir dann aus sicherer entfernung jeweils sowas gedacht wie "Also *hier* wuerd ich ja NIE ins wasser gehen!"). Tja, klarer fall von *falsch gedacht* :-)) Die nervoesen blicke stets auf das an dieser stelle recht dunkle wasser und die aus dem wasser ragenden ebenso dunklen felsen gerichtet, hab ich mir wiederwillig die taucherbrille umgeschnallt und ganz umstaendlich die flossen angezogen. Dann gabs kein zureuck mehr. (Und ich fand gruppenzwang schon *immer* scheisse! ;-) Also, rein ins wasser, und mit wild bollerndem herzen mal nen ersten blick nach unten gewagt - AAARRGGGHH!!! (das war zumindest unser aller erste reaktion :-) Der gesamte boden war mit pflanzen bedeckt, und nach wenigen minuten zeigte unser fuehrer aufgeregt in eine richtung - ein hai. Nicht sehr gross, aber nun doch eben ein *echter HAI*. nach erstaunlich kurzer zeit (in der noch einige haie unter uns auftauchten), siegten aber neugier und begeisterung (und *wie-krass-ist-das-denn-hier-eigentlich-?) ueber die erste panik, und wir sind eine gute stunde im wasser geblieben. Als naechstes wurden wir zum 'Turtle Point'gefahren, wo leider eine aufgeregt und in halsbrecherischer lautstaerke quasselnde japanische reisegruppe im wasser trieb :-) Da haben wir dann tauchen geuebt, um den am boden fressenden riesenschildkroeten moeglichst nah zu kommen. am schluss ist eine direkt neben mir aufgetaucht, und ich habe sie angefasst - sie hatte ganz dicke augen und hat geguckt, ihre haut war unerwartet weich, und nach wenigen sekunden an der oebrflaeche ist sie wieder abgetaucht.. Als drittes haben wir den "Coral Garden' besucht, ein richtiger korallengarten (macht bei dem namen erstaunlich viel sinn :-), in relativ flachem wasser, mit fischen und korallen in den buntesten farben - ich kam mir die ganze zeit vor, als wuerde ich durch ein riesiges aquarium schwimmen :-) ich habe sogar einen clownfisch gesehen (den sie hier nur noch mit 'nemo' uebersetzen), und die frechen kleinen fische kamen immer im schwarm an und haben mich (mehrfach)in die beine gebissen! diese frechen kleinen biester :-)) irgendwann war einer so schlau ein stueck brot ins wasser zu schmeissen, und ploetzlich konnte man vor lauter fischen die hand vor augen kaum noch sehen - ein sehr lustiges, aber auch komisches (weil eben sehr, sehr wuseliges) gefuehl :-) Abschliessend waren wir noch an einem alten leuchtturm mitten im offenen meer, um den herum sich in einiger tiefe auch korallenriffe geformt haben. Ansonsten gabs auf der Insel nachts mehrmals richitg tolle, schwere tropen-gewitter (bei der gelegenheit durfte ich dann auch feststellen, dass mein dach undicht war :-), und mehrere nicht weniger tolle strandparties (wie gesagt). Ein kleines paradies, aber jetzt wollte ich dann auch mal wieder weiter irgendwie.

Gestern habe ich mich dann spontan fuer heute zur abreise entschlossen, und ein letztes mal mit meinen neuen reisebekanntschaften richtig schoen zu abend gegessen. Heute morgen gings dann mit dem boot aufs festland zurueck, und dann mit dem bus nach sueden und ins landesinnere, zum Taman Negara Nationalpark. Insgesamt hat die reise knapp 12 stunden gedauert, und als wir (hab im bus direkt wieder ein paar nette leute getroffen) hier ankamen , hats in stroemen geregnet. Nachdem ich meine schuhe schon so circa 2/3-ruiniert hatte (JA, ich bin in den *regen*wald gefahren und habe *NICHT* mit dem regen gerechnet!), hatt ich echt die schnauze voll und bin dann einfach barfuss durch den matsch und regen weitermarschiert. es war relativ weit bis wir zu dem hostel kamen, zu dem wir wollten, und klatschnass waren wir ja eh auch alle schon.. im bus hatte sich eine sehr nette, bunte truppe zusammengefunden, und zum abendessen haben wir uns dann in eines der schwimmenden restaurants (auf dem fluss der den nationalpark teilt) gesetzt. Es ist wirklich wunderbar, es schaukelt leicht beim essen, und ab und an faehrt mal ein kanu vorbei.. :-) morgen wollen wir zusammen ueber den hiesigen canopy walk laufen, und abends eventuell eine nachtwanderung machen. (nur mal zur erklaerung : dieser nationalpark ist ein weitgehend unbewohntes regenwald-reservat, in dem es nur einige wenige doerfer der orang asli, der hier ansaessigen ureinwohner, gibt) Hinter meinem zimmer geht auch direkt der wald los, hoffe ich kann euch bald nochmal ein paar bilder hochladen..

Ach, uebrigens : ich habe den smog auch auf den perhentian islands mitbekommen, der himmel war immer wieder ganz diesig und gelb und die luft war schlechter als sonst. habe einige leute getroffen, die aus Kuala Lumpur weggefahren waren, weil es nicht auszuhalten war dort (und weil sie auch nicht arbeiten durften). zumindest kurzweilig war wohl alles lahmgelegt und soweit ich weiss sind die schulen auch nach wie vor geschlossen. ich bin allerdings nicht in gefahr oder irgendwas in der art, also *keine sorge*. Der smog kommt in regelmaessigen abstaenden von indonesien heruebergeweht, dort entsteht der rauch wenn die waelder brennen -es ist also eigentlich nichts neues, es ist nur dieses jahr wohl besonders schlimm.

hier ist es fast mitternacht und ich trolle mich jetzt in mein kleines baumhaus ;-) Also, bis morgen vielleicht!J

Posted by mefia 09:25 Archived in Malaysia Comments (0)

Travel is troublesome

Gestern (mittwoch) hab ich aus dem shalini's guesthouse ausgecheckt und mich aufgemacht in richtung faehre - ab nach butterworth (also auf's festland zurueck), und von da mit dem bus nach kuala besut (dem abfahrtshafen fuer boote nach Perhentian Island)..

Nach der arbeit wollte ich vorher noch schnell von der hauptpost aus ein paket nach hause schicken, damit ich nich so schwer zu schleppen hab.. Ebenso aetzend wie ueberraschen stellte sich das als hochkompliziertes Unterfangen heraus, und bald stand ich voellig fertig, mit zausem haar und wutknoten im bauch vor dem ahnungslosen postbeamten. das verschicken von paketen ist hier ein hochkomplexer vorgang, der sich im wesentlichen in folgende arbeitsschritte unterteilt :

1. frohen mutes rein in die post, 2. anliegen vorbringen (mehrfach) , 3.warten bis der beamte zuende mit seiner frau telefoniert hat , 4. anliegen vorbringen,moeglichst laut und deutlich, 5. paket ueber den schalter schieben, 6.warten bis der beamte zu ende mit seiner kollegin gequatscht hat, 7. paket zuruecknehmen, zaehneknirschend einen schreibwarenladen suchen - braunes packpapier besorgen, 8. verschwitzt zur post zuruecktraben, paket einpacken, wieder ueber den schalter, 9. paket erneut zuruecknehmen, leise fluchend einen schreibwarenladen aufsuchen - bindfaden besorgen, 10. auf dem letzten loch pfeifend zur post zuruecktraben, paket verschnueren, wieder ueber den schalter, 11.formular ausfuellen (*JEDEN* gegenstand *EINZELN* auflisten, den das paket enthaelt...noch fragen??!!), 12.warten bis der beamte fertig mit seiner tante telefoniert hat, 13.sein letztes hemd fuer briefmarken ueber den schalter schieben, 14. fluchend versuchen nicht-mehr-so-wirklich-selbstklebende briefmarken auf dem paket zu befestigen, 15.paket ein letztes mal ueber den schalter, 16. einige feuerbaelle hinterherschicken - ***FERTIG!!***

Die preise sind total ueberteuert und die leute bei der post sind lahmarschig - dafuer sind sie aber wenigstens herzerweichend unfaehig, und sind eigentlich die meiste zeit mit quatschen und/oder telefonieren beschaeftigt oder glaenzen einfach gleich durch abwesenheit. zu allem ueberfluss wars auch noch superheiss gestern und ich hab mir froehlich arsch und zwirn zusammengeschwitzt. herrlich! :)

Hab dann wie gesagt mein hostel gekuendigt und mich mit sack und pack auf den weg zur faehre gemacht. eine ganz schoene tour, aber mit der faehre ueberzusetzen war wirklich aeusserst angenehm..-ich fahre sehr gerne mit booten, und zuegen und bussen :-) naja, in butterworth angekommen, war der angenehme part dann auch schlagartig wieder vorbei : also so einen schaebigen, widerlichen und duesteren busbahnhof hab ich ja wirklich noch nie gesehen! Er liegt auf einem dreckigen schlecht beleuchteten parkplatz unter einer bruecke, mitten im industriegebiet und direkt an der faehren-anlegestelle..Man findet nix und niemanden, weil es einfach zu dunkel ist und hinweisschilder oder information gibt es auch keine. nur sehr viele ueberwiegend fragwuerdige bis zwielichtige gestalten, schroffe 'bus-schreier' (die aggressiv um jeden fahrgast werben indem sie laut schreien wo sie hinfahren und einen im zweifelsfall auch mal am weitergehen hindern bis sie feststellen dass man schon ein ticket hat und somit eh aus der zielgrupe faellt) und auch sonst viel gesindel, neben den fahrgaesten. Es war einfach alles super dreckig da, und nachdem ich weder meinen bus noch meine reiseagentur finden konnte, mir mehrere bus-schreier in die ohren gebruellt haben und mir zum kroenenden abschluss auch noch die kakerlaken um die fuesse liefen, hab ich mal spontan beschlossen, dass es mir reicht! hab mir dann einen bus-schreier gesucht und solange in gleicher lautstaerke zurueckgeschrien, bis er mich erhoert hat und mir erklaerte wie ich meinen bus finden kann. Ich war echt froh, als ich endlich im bus sass , und hab auch direkt ein paar nette leute kennengelernt - 1 alleinreisendes maedel aus england, ein englisches paerchen und einen hollaender der eine weltreise macht. die busfahrt war dann auch zunaechst ganz angenehm, hab erst einwenig mit den leuten geplaudert und bin dann ziemlich bald eingepennt...um 4 uhr morgens wurden wir dann ploetzlich geweckt, und ziemlich schroff dazu aufgefordert, jetzt sofort (schnell, schnell) den bus zu wechseln. wir waren alle voellig verwirrt und schlaftrunken, und zum glueck war ich noch geistesgegenwaertig genug, um meinen rucksack auch umzuladen - der waer sonst wahrscheinlich ohne mich ins nirgendwo weitergereist.. war alles etwas komisch, aber richtig komisch wurde es dann, als wir um halb 6 in einem kleinen, gottverlassenen staedtchen mit wenig beleuchtung und keiner menschenseele weit und breit ausgeladen wurden. haben uns mehrfach rueckversichert dass DAS auch wirklich kuala besut sei, und im endeffekt blieb nix weiter als darauf zu vertrauen. als der bus weg war, kamen dann auch tatsaechlich ein paar leute, und haben uns zu dem jeweiligen buero der agentur gebracht, ueber die man gebucht hatte.da hiess es dann erstmal warten - gute 1 1/2 stunden (mit rucksack auf dem schoss, weil der boden voller krabbelzeug war -kakerlaken inklusive), bis die boote eintreffen und uns rueber zur perhentian island bringen sollten.. in der zwischenzeit wollten ein paar leute und ich dann gerne noch schnell zur bank, durften dann aber feststellen, dass die naechste bank im knapp 25km entfernten jetty town ist..also, rein ins taxi und los. insgesamt waren wir zu viert - der weltreisende hollaender, ein sehr nettes norwegisches paerchen und ich - und binnen kuerzester zeit hatten auch alle ihr geld - ausser mir! irgendwas stimmte nicht, und ich konnte den automaten beim besten willen einfach nicht dazu bewegen, mir kohle auszuspucken. semi-verzweifelt bin ich dann wieder mit zurueck und hab den anderen gewunken als sie ins boot gestiegen sind (nur mal kurz am rande : auf perhentian gibt es keine bank und natuerlich auch keinen automaten)..ich hab mich dann im buero des reiseveranstalters auf dem sofa zusammengerollt udn knapp 2 stunden gewartet - bis endlich die banken aufmachten. wieder zurueck nach jetty town, aber auch am schalter - kein erfolg, keine kohle.. jetzt bin ich wieder in kuala besut, und warte darauf, dass die leute von der kreditkarten-company in deutschland mal langsam ihre aeuglein aufmachen und sich in ihr callcenter bewegen, damit ich sie anrufen und alles klaeren kann. Ja, reisen ist spass, und manchmal auch nicht! ;-)

hab eben beim mittagessen ein paar nette leute kennengelernt und mich (immer schoen optimistisch bleiben! ;-) fuer spaeter mit ihnen auf der insel verabredet - man darf gespannt sein, ob und *wann* ich da ankomme! also, drueckt mir die daumen und bis bald ! :-) gruss und kuss, und schluss!J

Posted by mefia 23:22 Archived in Malaysia Comments (0)

Lebenszeichen

soo...nu hab ich mich gleich mal ein paar tage lang nicht blicken lassen, da dachte ich mir : geb ich mal kurz ein lebenszeichen ab :-) hier ist im grunde nicht viel neues passiert, ich fahr 'wie immer' mit dem bus zur arbeit und zurueck, hab mir am wochenende am strand von batu ferringhi die stiefel zusammengelungert und hab sonst ein,zwei mal was mit den anderen auslaendischen medizinstudenten aus der klinik gemacht. insgesamt ist es ebenso erstaunlich wie gruselig, wie schnell man sich eingewoehnt und sich eine gewisse routine und ein alltagsgefuehl breitmachen - JA, auch schon nach einer woche! hab etwas zappelige fuesse gekriegt am wochenende, moechte gerne wieder meinen rucksack aufschnallen, ab in den bus und weiterreisen, wieder was neues sehen.. bald, bald.. :-)

heute ist mir im bus schlagartig eines klargeworden : die voellig kaputten und in schutt und asche zusammengefallenen haeuser am strand sind keine ungepflegte 'ghetto'-siedlung, wie neulich zwei raffinierte touristen spekuliert haben, sondern sie sind vom tsunami zerstoert worden! zum ersten mal finde ich es gruselig und erscheint mir real, was vor einiger zeit ueber saemtliche bildschirme geflickert ist. natuerlich ist malaysia nicht so stark vom tsunami betroffen gewesen wie thailand, aber auch hier hab ich inzwischen schon ein paar leute getroffen, die jemanden an die welle verloren haben, und sich dem meer seitdem -verstaendlicherweise- auch nicht mehr naehern. passend zum thema hab ich an der ecke hinter der kaputten siedlung einen kleinen essensstand entdeckt, der mit dem 'tsunami beach burger' als sondermenue wirbt!!

diesen monat ist der 8. monat des chinesischen kalenders, und zwar der sogenannte 'ghost month'. in diesem monat, so glauben die chinesen, oeffnen sich die tore der hoelle (da gehen wir ihrer meinung nach alle nach dem tod erstmal hin und werden bestraft) und die geister der verstorbenen haben 'freigang'. den nutzen sie natuerlich und kommen zu besuch, dass heisst man muss sie auch bei laune halten und ihnen vor allem speis,trank und natuerlich musik bieten. darum sieht man an einigen ecken (der hoehepunkt der festzeit kommt noch, sagen die schwestern im krankenhaus) kleine essenspakete, die fuer die geister am wegesrand bereitliegen. ausserdem werden sicherheitshalber auch gleich noch ein paar kleine rauchfeuer gezuendet - damit sie sich so richtig willkommen fuehlen. das problem mit den geistern ist naemlich, dass sie (wenn sie sich schlecht bewirtet oder empfangen fuehlen) sich auch entscheiden koennen, einen direkt mit in die hoelle zu nehmen, *ohne* den umweg ueber ein langes, erfuelltes leben und den spaeten, guetigen tod. naja, und entsprechend ernst nehmen die leute (die chinesen zumindest) es auch mit den feierlichkeiten. es gibt sogar einen speziellen kuchen, den 'mooncake', der extra zu dieser zeit zubereitet wird (hab aber bisher leider noch nich die gelegenheit gehabt,einen zu probieren). troestlicherweise bleibt man nicht immer in der hoelle, hab ich mir erklaeren lassen, sondern wenn man genung gelitten hat, wird man reinkarniert und darf in neuer verpackung von vorne anfangen. na *das* hat mich nun echt beruhigt.

hatte heute in der klinik ein interessantes gespraech mit einer chinesischen op-schwester, die von ihrem neffen berichtet hat (er studiert in england, und die familie muss dafuer mehrere tausend pfund aufbringen). naja, wir (also meine schottische kollegin und ich) haben gestaunt, *wie* teuer das ist, und dass es trotzdem leute gibt, die diese unsummen irgendwie aufbringen. ploetzlich wurde sie ganz bitter und meinte mit gedaempfter stimme "over here, everybody gets scholarship, either you smart or you not - of course you can get a scholarship, and then go anywhere you like.." anfangs haben wir nicht verstanden was sie meint, aber als einige malay hineinkamen brach sie das gespraech abrupt ab mit den (geraunten) worten "it's a sensitive matter, you know.." spaeter wurde mir klar was sie meinte : sie als chinesin bekommt vom staat keine unterstuetzung, die ist allein den malay vorbehalten. ich hab schonmal irgendwo gelesen, dass es unter den anderen volksgruppen ueber solche und aehnliche ungerechtigkeiten und benachteiligungen missstimmungen (<-- lang lebe die neue rechtschreibung! ;-) gibt, aber dass die ungerechtigkeit so offen und deutlich ist, haette ich nicht gedacht. Obwohl es hier schoen ist, kann ich mir bisher in keinster weise vorstellen, hier zu leben. die vielen verschleierten frauen mit der immer leicht unterwuerfigen koerperhaltung und das ewig 'sanfte', und im krassen kontrast dazu die (vor allem indischen/tamilischen) maenner, die vor selbstgerechtigkeit nur so strotzen lassen einen nicht recht zur ruhe kommen. selten fahre ich im traegerhemd mit dem bus, denn man kommt sich fast schon nackt vor zwischen den gut verpackten maedchen und frauen. und auch obwohl alles friedlich,harmonisch und ausgeglichen wirkt frage ich mich (wie zum beispiel heute mit der op-schwester) , ob das alles so stimmt und ob die leute sich wirklich so fuehlen..im gespraech mit den aerzten im hospital hatte ich den eindruck, sie moegen ihr land alle sehr (meist referieren sie sofort ueber die natur und die sehenswuerdigkeiten, insbesondere die 'theme parks', und natuerlich das tolle essen), aber als ich sie direkt gefragt habe ob es ein gutes land zum leben sei, waren sie alle etwas verhalten und meinten, die eingeschraenkte redefreiheit sei schon irgendwie ein problem.. es ist spannend und interessant, weil es nicht immer so offensichtlich ist finde ich, und man meist recht wenig ueber die meinung und die gefuehle der leute mitbekommt, auch wenn man sich laenger mit ihnen unterhaelt. ich bin sehr gespannt, was ich noch ueber diese vielschichtige und bunt gemischte kultur herausfinden kann.

naja, soweit, so gut..ich mach mich jetzt auf den heimweg und melde mich wenn's wieder was zu berichten gibt! gruss und kuss, *J*

Posted by mefia 07:01 Archived in Malaysia Comments (0)

Erlebnisse

So, nach einer erneuten - etwas 'unfreiwilligen' schreibpause (bin gestern nach der arbeit einfach eingepennt, und heute morgen erst wieder aufgewacht - der schlaf der gerechten :-) habs ich jetz dann doch mal wieder ins internet cafe geschafft..

Im krankenhaus gefaellts mir nach wie vor ganz prima, hab jetz endlich auch neue fotos hochladen koennen. Manches ist echt ganz anders da, zum beispiel laeuft den ganzen tag leise dudelmusik ueber ich-weiss-nich-wo versteckte lautsprecher. ueber eben diese lautsprecher (auch im op) kommen zwischendurch auch immer ausrufe nach verschiedenen aerzten oder auch patienten, die alle von einer frau mit einer sehr schoenen sanften stimme vorgelesen werden, nachdem zuvor ein melodischer hinweiston erklungen ist.(ein bisschen wie am flughafen, nur halt sanfter :) Irgendwie ist diese Dauerberieselung sehr angenehm, sie laesst die atmosphaere manchmal aber etwas surreal erscheinen wie ich finde. Ohnehin erinnert mich das alles so an 'Brave New World', alle sind so gesittet und jede 'Kaste' hat ihren eigenen umkleideraum und die jeweils eigene kleiderordnung - die aerzte und studenten sind in hellblau, die schwestern in dunkelblau, das zusatzpersonal (sie sind eigentlich fast alle starke maenner und nur dazu da, die patienten von der trage auf den op-tisch und umgekehrt zu heben, sowie die patienten herumzufahren und das op-licht richtig zu justieren - also arbeiten fuer die die kleinen asiatischen op-schwestern entweder zu schwach oder tatsaechlich zu klein sind ;-) traegt grau und besucher tragen knitschegelb. Irgendwie hab ich mir das alles so in der art vorgestellt, als wir damals in der schule das buch gelesen haben.. ;-) naja, gestern waren wir (studenten) mit in einem aerzte-meeting. das war so eine art vollversammlung aller aerzte und es ging um 'morbidit und mortality'. Dr.Wong hatte es mir im vorhinein so erklaert :"We meet up regularly and discuss problematic cases. But we try hard not to make it a witch hunt, we just don't want to make the same mistakes again!" Im voelligen gegensatz zu aerzte-versammlungen in deutschen kliniken, sass man hier am runden tisch auf dem fuer jeden (AUCH fuer die studenten - ich erinnere an dieser stelle nur an den broetchenteller in einer deutschen uniklinik, mit dem hinweisschild "NICHT fuer studenten!" - noch fragen??) ein gedeck aufegelegt war (!). Es gab servicepersonal, das eigens dazu da war, jedem teilnehmer eine portion mittagessen auf den teller zu fuellen und getraenke zu servieren! DAS nenn ich arbeitsplatz!! Es gab sogar nachtisch, und alles fuer lau! Waehrend des essens fing dann einer der aerzte an, einen fall vorzustellen, bei dem irgendwas in der behandlung schiefgelaufen war. Im endeffekt ergab sich aus dieser fallvorstellung eine art brainstorming, mehr wie ein pol-seminar - in der netten grossen runde erklaerte der internist seinen kollegen der anderen fachrichtungen die feinheiten des hypoglykaemie-managements, und jeder durfte fragen stellen und bekam diese dann in aller ausfuehrlichkeit beantwortet. Im endeffekt einigte sich das kollegium dann nach jeder fallbesprechung auf eine art 'so machen wirs in zukunft besser'-quintessenz, und alle nickten zufrieden und assen weiter :-) ganz zum schluss hielt der medical superintendent Dr.Yip dann noch eine rede, die mit den worten endete "So,dear friends, let's remember : it's good to have an open mind - so we can see what's going on".Danke, keine weiteren Fragen. Im OP konnte ich mir wieder sehr viele verschiedene sachen angucken - es waren auch einige kinder-einleitungen und kaiserschnitte, und als schaurig-schoenes highlight heute ein totaler knie-ersatz mit extra eingereisten prothesen-vertretern aus china dabei.Das komische ist hier uebrigens, dass frauen ihre neugeborenen nur zum fuettern bekommen - und auch nur im saeuglingszimmer. ansonsten koennen sie(und alle anderen auch) sich ihre kinder nur zur sogenannten 'baby viewing time' durch eine scheibe angucken - eine grosse attraktion, uebrigens, bei der es nicht unueblich ist, einfach mal von fremderleuts babies ein paar fotos zu machen - und das gerne auch mit blitz. ueberhaupt hat das ganze so ein bisschen zoo-athmosphaere (oder aquarium, vielleicht) , weil viele leute gegen die scheibe klopfen, um zu zeigen, wie suess sie das (schlafende) kind wirklich finden! nun ja, andere laender... ;-)

Wie gesagt bekomme ich mittags immer essen im krankenhaus, es handelt sich dabei um eine taeglich wechselnde auswahl malayischer koestlichkeiten. Heute gabs zum nachtisch Dragonfruit - ich weiss nich wie sie von aussen aussieht, aber von innen ist sie weiss und von vielen ganz kleinen kernchen durchsetzt, in etwa wie eine kiwi in der mitte. Sie hat eigentlich kaum eigengeschmack, ist aber frisch und wie eine mischung aus birne, melone und kiwi..? schwer zu beschreiben, aber es ist immer abgefahren sachen zu probieren, die man noch nie gegessen, geschweige denn *gesehen* hat.

Busfahren ist auch immer noch ein erlebnis fuer sich. Hab heute festgestellt, dass es tatsaechlich in jedem bus einen muelleimer gibt (so'n ganz normalen, wie im arbeitszimmer) - den bringt der busfahrer mit, damit in seinem bus ordnung herrscht, und raeumt ihn auch selber abends leer! Busse halten hier praktisch ueberall (man muss nur klingeln), und alte leute duerfen immer sitzen - die meisten busfahrer fahren auch erst los wenn opi/omi sich hingesetzt hat. Gestern hab ich auf dem weg zur haltestelle ein paar moenche gesehen, und sie auch gleich mal heimlich fotografiert - denn die sieht man hier auch sonst nie.Irgendwie tauchen immer irgendwelche ueberraschenden gestalten auf auf meinem 'arbeitsweg' :-) Heute ist zum ersten mal einer schwarzgefahren (normalerweise nich moeglich, weil man vorne beim einsteigen dem fahrer die kohle geben muss, und sich der fahrer irgendwie immer merkt wo man hinwollte) Also, der schuft hat ein falsches ziel angegeben, und ist dann heimlich weiter gefahren als er durfte fuer den fahrpreis. 2 haltestellen zu spaet hat der fahrer(ein dicker, schnauzbaertiger tamile) es bemerkt, und war sofort fuchsteufelswild.er rief quer durch den bus, und der typ hat sich ganz klein gemacht, um nich aufzufallen :-) super trick, so insgesamt. naja, wie ueblich waren alle ob dieses emotionalen 'ausbruchs' voellig schockiert und perplex, und sofort sprangen einige fahrgaeste auf, um den fahrer zu besaenftigen. Der fahrer hat dann aber den motor ausgemacht und beleidigt die arme verschraenkt, bis die fahrgaeste zusammengelegt haben, um das restgeld fuer den delinquenten zu uebernehmen :-) muhaha! naja, als es dann endlich weitergehen konnte, hat der fahrer sich zur strafe von dem geld erstmal einen snack gekauft - das hatten wir dann alle davon! Ich hab mich koeniglich amuesiert und war fast traurig als ich umsteigen musste :) Im zweiten bus dann aber durfte ich mal die kehrseite dieser staendigen mellow-ness der leute hier erleben : beim aussteigen aus dem sehr vollen bus, is der busfahrer schon angefahren, waehrend ich noch halb drin und halb draussen hing. alle haben (natuerlich) hoechst verschreckt geguckt, aber bis auf meine wenigkeit war irgendwie keiner in der lage, dem fahrer etwas eindeutigeres zu siganlisieren, als ein panisch gerbummtes "Hhmm!!" mit blick in meine richtung. Ich hab mal auf asiatische sanftmut gepfiffen und den (ohnehin voellig unverschaemten busfahrer) so richtig ordentlich verflucht - allerdings nur fuer mich, will ja nich schuld sein dass hier einer einen herzklabaster kriegt, weil mal ueber zimmerlautstaerke gesprochen wurde! :-) Aber selbst die schwestern im op sind voellig paralysiert wenn ein frisch-operiertes und so eben erwachtes kind seiner begeisterung ueber die gesamtsituation mal so richtig luft macht. Dann laufen sie zwar alle zusammen und tuscheln ganz aufgeregt umher, sind aber irgendwie nich so richtig in der lage, das tobende und bruellende kind zu beruhigen. Ich sag's ja : Andere Laender.....!!!Ich glaube, wenn ich hier leben wuerde, wuerd mich die *ewige* sanftmut doch irgendwann weichkochen - da bin ich wohl nicht sanftmuetig genug! ;-)

Morgen mehr, alles liebe, *J*

Posted by mefia 08:50 Archived in Malaysia Comments (0)

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